Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern

Da ich unten Markennamen erwähne, kennzeichne ich diesen Artikel hiermit als Werbung.

Wie einige vielleicht bereits mitbekommen haben, spukt mir seit letztem Jahr die Idee im Kopf rum den Pacific Crest Trail (PCT) zu wandern und mir mal eine Zeit lang eine Auszeit zu gönnen.

PCT Vorbereitung

Nachdem ich mich beim Lesen diverser Bücher mit dieser Idee infiziert hatte, kam dann bei meinem letztjährigen Australienurlaub noch dazu, dass ich viele Backpacker gesehen habe.

Dann habe ich mir gedacht: „Warum eigentlich nicht?“

Also habe all die bürokratischen Dinge in Angriff genommen, die das mit sich bringt, vom Visaantrag über Permits bis zum Gespräch mit dem Arbeitgeber.

Bisher habe ich mich primär auf die Logistik der Vorbereitungen konzentriert. Aber wenn man ein halbes Jahr unterwegs ist, hat man auch sehr viel Zeit, die man füllen muss. Auf dem Trail gibt es zwar spektakuläre Landschaften aber ebenen auch nich immer. Man stelle sich allein die Wanderung durch ein Gebiet vor, dass einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Was wäre da passender als die Musik von Herr der Ringe oder gleich den dritten Band selbst zu lesen.

Mentale Herausforderung

Dazu kommt, dass so eine Langstreckenwanderung eine große Mentale Herausforderung ist. Man hat kein vernünftiges Bett, kann sich nicht ordentlich waschen, muss auf viele Lebensmittel verzichten und auch den meisten Komfort des alltäglichen Lebens. Man bekommt natürlich auch einiges geboten aber man muss sich halt auch irgendwie motivieren.

Anders als sonst im Leben stellt bei einer Langstreckenwanderung nicht das Geld die primäre Einschränkung dar, sondern Gewicht.

Es wäre zwar cool, wenn man sein iPad, sein Kindle und sein Notebook auf dem Trail dabei haben könnte, aber man muss alles tragen. Somit wird die Unterhaltung auf dem Trail vermutlich lediglich aus dem Handy bestehen. Da das Display viel Strom verbraucht, kann man Bücher lesen quasi vergessen. Zumal man abends lt. allen Berichten, die ich so gelesen habe auch einfach platt vom vielen Laufen ist.

Hörbücher auf dem Trail?

Was bleibt also? Eine Alternative sind Hörbücher. Beim Abspielen schluckt das Handy relativ wenig Strom. Da ich meine Bücher in der Regel bei Amazon als eBook kaufe, bietet sich für mich der Hörbuchkauf über audible an. Nebenbei hat das sogar noch den Vorteil, dass der Lesestatus von Hörbuch und e-Book gesynct werden kann. In der Regel ist es bei dieser Konstellation so, dass die Hörbücher deutlich günstiger sind, wenn man bereits das e-Book gekauft hat.

Auch die Harry Potter Serie wäre mal wieder fällig (der 20 Jährige Geburtstag ist ja nun schon eine Weile vorbei – ich hatte dazu einen Beitrag verfasst). Im Zuge des Geburtstages bin ich auch im audible Magazin auf die Harry Potter Serie gestoßen. Insofern wird es allerhöchste Zeit, dass ich mir die Hörbücher anhöre.

Eine Buchserie, die definitiv auf meiner Liste von Büchern steht, die ich gerne mal wieder lesen (bzw. hören) würde ist Eragon.

Beide Serien befinden sich bereits als Hörbuch auf meinem iPhone.

Insofern werde ich vermutlich auf dem Trail ein paar Bücher hören, die ich vor längerer Zeit schon mal gelesen habe. Ich bin gespannt wie mir das gefällt.

Wenn man mit anderen Hikern unterwegs ist, bietet sich diese Option vermutlich weniger an. Zusätzlich sollte man sich wohl auch nicht zu sehr einlullen lassen, weil man immer wieder mit Klapperschlangen rechnen muss. Die warnen einen zwar oft vor, aber auch die haben mal einen schlechten Tag.

Ganz generell habe ich mir bei meinen Urlaubsreisen abgewöhnt Bücher in gedruckter Form dabei zu haben. Entweder lese ich auf dem iPad oder auf dem Kindle.

Wie ist das bei euch so? Ist das Hörbuch eine Alternative für euch?

Weitere Infos zum Thema Pacific Crest Trail Hike:

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen
Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern
Pacific Crest Trail – Teil 7 – Navigation
Pacific Crest Trail – Teil 8 – Links & Guides

Garmin inReach Explorer+ [Kommentar]

In den letzten zwei Wochen habe ich einige Erfahrungen mit dem Garmin inReach Explorer+ in Kombination mit der Pacific Crest Trail (PCT) Hike Vorbereitung gemacht.

Ich berichte hier von meinen Erfahrungen und dies soll kein umfänglicher Tests des Gerätes sein. Tests finden sich im Netz einige, aber keiner beschreibt die Restriktionen des Gerätes. Daher möchte ich mit diesem Post machen.

Kaufgründe und Erstkontakt

Während meiner PCT-Vorbereitung bin ich auf den inReach Explorer+ bereits ziemlich am Anfang gestoßen. Eine Notruftaste mit Positionsübermittlung, die theoretisch weltweit funktioniert. Die Möglichkeit auch ohne Handynetz zu kommunizieren und eine GPS Funktionalität mit Routenanzeige (auch für daheim gebliebene) hören sich sehr vielversprechend an. Das Gerät ist für den auf dem Papier gebotenen Funktionsumfang sogar ziemlich leicht.

Zusätzlich hat mir gefallen, dass ich mit dem Gerät ein Backup für die Handynavigation bekomme. Die Gefahr, dass das Handy irgendwann keinen Strom mehr hat, runterfällt oder einfach seinen Dienst einstellt ist durchaus gegeben.

Dementsprechend habe ich das Gerät recht früh auf meine Ausrüstungsliste gesetzt aber erst relativ spät bestellt. Ich hatte gelesen, dass die Navigationsfähigkeiten noch verbesserungsfähig sind und ich hatte die Hoffnung, dass vielleicht vor dem Trail noch ein Nachfolgemodell veröffentlicht wird. Da Garmin das Gerät von einem anderen Hersteller übernommen hat, basiert die Navigation aktuell nicht auf Garmin Technik. Genau das wird sich später als Problem erweisen.

Da der Hike nun langsam näher rückt, habe ich das Gerät bestellt und wie soll ich sagen: Das meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts.

Die Limitierungen von 500 Wegpunkten / 20 Routen oder 10.000 Trackingpunkten habe ich zwar zur Kenntnis genommen aber so ganz klar war mir zum Kaufzeitpunkt nicht was damit gemeint ist (zumal die Geräte alle Limitierungen in dieser Art haben aber die Kombination macht es in diesem Fall).

Ich hatte vorher bereits gegoogelt und festgestellt, dass jemand die öffentlichen Routendateien von Halfmile (komplette PCT-Routendatei) so umgewandelt hat, dass sie mit dem inReach Explorer+ funktionieren. Insofern dachte ich, wenn ich die Karten runterlade und aufspiele ist das Thema damit erledigt und habe auch nicht weiter recherchiert.

Registrierung und erste Erfolge

Nachdem der inReach Explorer+ angekommen ist, musste ich mich erst mal durch den Registrierungsprozess arbeiten. Es müssen diverse Angaben gemacht werden – nicht nur zu einem selbst, sondern auch zu Kontaktpersonen. Das hat damit zu tun, dass das Gerät primär für Rettungszwecke vorgesehen ist und in dem Fall jemand kontaktiert werden muss.

Während der Aktivierung ist man je nach Vertragsauswahl schon mal mindestens 50€ los. 30 kostet die Aktivierung an sich und 20 ist man für einen Monat Abo im günstigsten Tarif los.

Die Funktion des Nachrichtenversandes bzw. das Abrufen des Wetterberichtes habe ich erfolgreich getestet. Übrigens werden nicht nur ausgehende Nachrichten, sondern auch eingehende Nachrichten gezählt. Das Kontingent beinhaltet magere 10 Nachrichten pro Monat und jede weitere kostet 0,55€ ausgehend von dem 20€ pro Monat Vertrag.

Das ist nebenbei bemerkt im Vergleich zu den amerikanischen Preisen der reinste Wucher. Trotz des im Verhältnis zum US-Dollar stärkeren Euros, sind alle Gebühren für europäische Kunden deutlich teurer. Das fängt schon bei den Monatsgebühren an (US Freedom Plan 99,95$ vs. EUR 114,99€). Das ist genau das Gegenteil von dem was die Währungsumrechnung implizieren würde. D.h. Garmin gönnt sich mal gut 30% mehr von europäischen Kunden.

Unglaubliche Restriktionen

Für mich wichtiger war aber neben der SOS-Funktion die Möglichkeit der Navigation. Gutgläubig wie ich manchmal offenbar bin, dachte ich ich spiele einfach die Karten ein, die bereits für das Gerät vorbereitet sind und das war es dann. Hört sich simpel an.

Die erste Überraschung kam auf, als ich versucht habe die Dateien in der inReach Webapp zu importieren. Als Wegpunkte war kein Import möglich, als Track war der Import möglich, wurde aber auf dem inReach nicht angezeigt und war auch nicht als Route nutzbar und Routen ließen sich nicht mit 500 Punkten (das wir auf der Garmin Homepage beworben), sondern nur mit 200 Punkten pro Route importieren.

Wie ich dann später rausgefunden habe, war es früher wohl möglich Routen mit 500 Punkten zu importieren (was auch schon lächerlich wenig ist) aber der Hersteller hat das Limit auf 200 Punkte runter gesetzt.

Nun gut dachte ich mir, dann muss ich halt sämtliche PCT Karten so abwandeln, dass jede Route nur 200 Punkte hat. Die Alternative lt. App ist eine Karte aus x beliebig vielen Punkten auf 200 Punkte zusammen streichen.

Versucht mal mit 200 Richtungsänderungen durch die Stadt zu laufen (einschließlich aller kurven auf dem Bürgersteig), von einem Trail mit 4300km reden wir besser nicht.

Ich weiß nicht so recht wie ich das Beschreiben soll. Vielleicht muss ich die Restriktion so umschreiben: Jemand baut einen Geländewagen (inReach Explorer) und hat irgendwie vergessen, dass er auch passende Reifen braucht. Nun schraubt man einfach die Reifen vom Kinderwagen dran (Navigationsfunktion auf dem inReach).

Miserable Software

Um das ganze noch interessanter zu machen, besteht ein Teilabschnitt der Halfmile Karten besteht gerne mal auf 5000 Punkten. Die muss man also in 200 Punkte Abschnitte zerlegen. Die Webapp kann aber nur 20 Routen pro Datei übernehmen (warum das so ist, weiß nur der Hersteller – ich vermute das kommt aus der Obergrenze von 10.000 Punkten insgesamt und ehemals 500 je Track macht zusammen 20×500 = 10.000).

Wenn man dann mit Mühe und Not rund 550 Routen aus bis zu 200 Punkten erzeugt hat und den kompletten PCT in seiner Pracht vor sich sieht, versucht man diese Daten auf das inReach zu übertragen. Denkt ihr das funktioniert? Ach, quatsch. Warum auch?

Bevor ich dazu komme muss die dritte Restriktion erwähnt werden (wir erinnern uns – die Webapp kann nur 20 Routen pro Datei, eine Route darf max 200 Punkte haben). Insgesamt dürfen nur ca. 10.000 Punkte auf das Gerät übertragen werden.

Jetzt könnte man meinen, dass irgendwo geprüft oder angezeigt wird wie viele Punkte sich in einer Sammlung befinden (das ist eine Gruppe von Routen). Das würde dem Nutzer zumindest erlauben diese Restriktion irgendwie zu berücksichtigen.

Dem ist aber nicht so. Wenn es zu viele Routen bzw. Routenpunkte sind, gibt es bei der Übertragung schlicht eine nichtssagende Fehlermeldung. Oft funktionieren dann auch Folgeübertragungen nicht mehr, obwohl dafür eigentlich kein Grund besteht. Ich vermute aus Solidarität mit der ersten Übertragung.

Jetzt muss ich kurz erklären, dass sich ein 4300km Trail nicht sinnvoll in 10.000 Punkten beschreiben lässt, außer wenn man in Schluchten springen oder über steile Felswände klettern möchte. Jeder der mal in den Bergen unterwegs war, weiß das 50m weiter links oder rechts schon einen erheblichen Unterschied machen kann. Da man in den Sierras zu einer Jahreszeit läuft, wo mit Schnee zu rechnen ist, muss man sich also relativ genau auf die Route verlassen können.

Ich hab zwar nicht genau nachgerechnet aber der PCT wird bei Halfmile vermutlich im Bereich von 75.000 bis 100.000 Wegpunkten beschrieben. Somit ist es vollkommen unmöglich den ganzen Trail aus das Gerät zu synchronisieren.

Rauchzeichen oder Moderne?

Zur Synchronisation gibt es zwei Möglichkeiten. Beide funktionieren nicht zuverlässig.

Variante 1: Übertragung per Kabel am PC – das klappt mal oder mal klappt es nicht. Siehe oben – das Highlight dabei ist, dass man eben auch einfach zu viele Punkte in der Sammlung haben kann, man erkennt es aber nirgends.

Der Programmierer hatte aber Sinn für Humor. Wenn man die Sammlung auf das Gerät bekommen hat, dann kann man sogar sehen aus wie vielen Punkten sie besteht. Allerdings Route für Route. Bei 50-60 Routen pro Sammlung hat man also was zu tun um das einzeln nachzuschauen.

Wenn man die Restriktionen einhält, klappt das Synchronisieren aber trotzdem nicht immer. Die Hilfreichen Tipps von Garmin: Neustart, Softreset, Hardreset. Mit anderen Worten: Sie haben keinen Plan wo das Problem liegt und wollen sich offenbar auch nicht mit der Behebung beschäftigen, sondern liefern diverse Workarounds.

Variante 2: Die Übertragung per App auf dem Handy. Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, funktioniert diese Variante nur nach dem Werksreset des Gerätes halbwegs zuverlässig und zwar genau einmal.

Die Variante ist etwas gewöhnungsbedürftig und funktioniert über ein Handy, dass per Bluetooth mit dem inReach verknüpft wird. Die Synchronisation auf dem Handy dauert keine 5 Sekunden. Bis die Daten dann aber auf dem inReach ankommen vergeht ein Zeitraum, der zwischen Minuten und unendlich liegt. Einen Status gibt es nicht. Irgendwann sind die Routen da oder eben nicht.

Der Werkreset dauert zwischen 15 und 60 Minuten je nach Empfang, weil das gerät bei aktivierter Displaybeleuchtung einen Nachricht mit dem Satelliten austauschen muss. Das kostet also jedes mal viel Strom und Zeit.

D.h. zusammenfassend ist es ein irrsinniger Aufwand Routen in die Webapp zu bekommen. Wenn sie mal da sind, kann man nur einen Bruchteil davon synchronisieren und das auch mehr schlecht als recht.

Wenn man das Gerät also für die Navigation nutzen wollte, müsste man zig Sammlungen anlegen. Diese müssen sich auch noch überlappen, da man die Synchronisation nur mit Handyempfang durchführen kann. Den hat man aber nicht überall entlang des Trails.

Navigation

Nachdem ich nun erfolgreich einen lächerlich kleinen Abschnitt des Trails auf das Gerät geladen hatte kam der Test der eigentlichen Navigationsfunktion und man ahnt es bereits – die nächste Überraschung.

Das Gerät reagiert im Kompassmodus unglaublich langsam. Daran muss man sich sehr gewöhnen. Das ist kein Vergleich zu einem Handy, bei dem die Kompassnadel quasi in Echtzeit visualisiert wird.

Testweise habe ich die Navigation zum ersten Wegpunkt des PCT aktiviert. Auf der Karte wird ausgehend von Deutschland die Richtung Südwest angezeigt (mehr West als Süd – so um die 230°). In der Kompassanzeige wird als Richtungsindikator aber Nordwest angezeigt also mal gemütliche 70°-75° daneben (315°).

Da die Earthmate App auf dem Handy dasselbe anzeigt scheint es sich in dem Fall um einen Fehler in der App zu handeln.

Support – Fehlanzeige

Auf meine Supportanfrage hat Garmin in der Form reagiert, dass man mir einen Rückruf angeboten hat. Nachdem ich die detaillierte Liste der Fehler und Erkenntnisse gesendet habe, wurde ich zum vereinbarten Zeitpunkt NICHT zurückgerufen.

Auf eine Erinnerungsmail hat der sogenannte Support auch nicht reagiert.

Fazit:

Aus meiner Sicht ist das Gerät zur Navigation vollkommen untauglich, weil die Software unterirdisch schlecht ist.

Es lassen sich nur sehr kurze Tracks importieren und selbst das ist extrem zeitaufwendig und fehleranfällig. Wenn man die Tracks dann mal auf dem Gerät hat, ist die Navigation fehlerhaft und reagiert extrem langsam.

Was sich der Hersteller bei der Entwicklung dieses Gerätes gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. In Kombination mit der SOS Funktion abseits des Handynetztes, wäre eine Navigationsfunktion abseits von Kinderspielzeug durchaus sinnvoll.

In diesem Gerät ist die Navigation aber so verstümmelt, dass sie quasi nicht nutzbar ist. Wenn man mal den Kompassanzeigefehler (Navigationsindikator) außer acht lässt, klappt die Navigation und Kartenanzeige über die Earthmate App recht gut. In dem Fall lässt sich sogar der vollständige Trail visualisieren (wen auch mit 550 Einzelrouten).

Dafür benötigt man aber kein inReach Explorer, weil das Handy die komplette Arbeit erledigt. Diese Variante funktioniert aber lt. Foren nur mit aktivem Vertrag (also kostet das mindestens 20€ pro Monat, wenn man sich nicht gleich ein ganzes Jahr binden will, dann kommt man mit gut ca. 15€ pro Monat hin). die Aktivierungsgebühr bzw. Grundgebühr lasse ich bei der Betrachtung gnädigerweise außer acht, sonst wird es noch teurer.

Somit bleibt also die Notruffunktion und eine vollkommen überteuerte SMS Funktion mit 0,55€ pro SMS von 160 Zeichen. Letzteres ist nett aber aufgrund der Gebühren eben sehr teuer: Aktivierungsgebühr ca. 30€ + Mindestgebühr 20€ pro Monat und dafür ganze 10 Nachrichten inkludiert.

Ich habe nun das inReach Mini bestellt. Das ist 113g leichter. Dafür habe ich dann kein Backup für meine Handynavigation. Die bietet das Gerät aber eh so schlecht, dass sie nicht wirklich hilft. Als Backup habe ich mir nun Alternativen angeschaut.

 

Zahlen bitte! Jahresrückblick [Kommentar]

Da nun das erste Jahr Buchblog rum ist (ok, eigentlich gibt es den Blog erst seit dem 26.02.2018), dachte ich mir, dass es Zeit für ein paar Zahlen ist.

Das Zusammentragen war sogar für mich ganz interessant, da mir einiges nicht mehr so präsent war. In dem zurückliegenden Jahr ist eine ganze Menge passiert!

In welchem Monat habe ich viel oder wenig gelesen und was habe ich sonst noch so in welchem Monat gemacht?

Dementsprechend habe ich die Jahresübersicht für 2018 angepasst und um ein paar Daten ergänzt.

Zahlen bitte!

BücherSeiten
Januar144.860
Februar207.342
März145.298
April146.457
Mai72.334
Juni114.395
Juli145.665
August41.864
September62.244
Oktober61.684
November52.227
Dezember83.337
Summe12347.707

Im schlechtesten Lesemonat habe ich 1.684 Seiten gelesen (6 Bücher). Im besten Lesemonat habe ich 7.342 Seiten gelesen (20 Bücher). Im Schnitt waren es grob 3.976 Seiten pro Monat und ein Buch hatte im Schnitt 387 Seiten.

1.693 Seiten von 47.707 waren englisch (was weniger ist, als ich dachte)

Das dünnste Buch hatte 66 und das dickste 652 Seiten.

Ist das alles wichtig? Nein eigentlich nicht, ich habe mir am Anfang des Jahres kein Leseziel gesetzt und lesen ist ja auch kein Wettkampf. Ich habe einfach gelesen, wenn ich Zeit hatte und es mir Spaß gemacht hat.

Ich war lediglich neugierig was ich über das Jahr gesehen so gelesen habe.

Jahresrückblick

Der Blog hat im Laufe des Jahres mit einem Windows Server (VPS – Virtual Private Server) begonnen, der mir dann in Kombination mit WordPress zu langsam geworden ist. Ich habe dann auf einen Linux Server VPS gewechselt und aufgrund Angebotes später auf ein anderen Server beim gleichen Anbieter gewechselt, was aber einen weiteren Umzug nach sich gezogen hat. Das bedeutet, dass der Blog in diesem Jahr entstanden und schon 2x umgezogen ist.

Das erklärt auch, dass meine “Leseleistungen” teilweise deutlich geschwankt haben, da ich mir das Wissen erst aneignen musste.

Das Wissen einen Linux Server einzurichten und zu betreiben und zwar mit allem was dazugehört, von Letscrypt Zertifikaten, Backups, WordPress, Mailserver usw.

Das Wissen für den Blog war teilweise bereits vorhanden, wenn auch in kleinerem Umfang. Zusätzlich musste ich mich – wie alle Blogger – kurz nach dem Start des Blogs mit der DSGVO rumschlagen, die aber auch ihr humorvollen Seiten hatte.

Im April habe ich damit begonnen an der Montagsfrage teilzunehmen, im Juni habe ich mit einer Serie von Reiseberichten begonnen, im Juli hat mich der Hikingvirus (oder vielleicht auch der Auszeitvirus) in Form des Buches Der Große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst erwischt – obwohl ich den Film dazu bereits kannte. In der Folge habe ich diverse Bücher und Blogs zu dem Thema gelesen.

Anschließend habe ich weiter recherchiert und angefangen das Thema theoretisch durchzuspielen (siehe auch hier). Hintergrundberichte geschrieben, Ausrüstung gekauft, testgewandert und irgendwann einen Permit und ein Visum beantragt und beim Arbeitgeber um ein halbes Jahr Auszeit gebeten. Aktuell hat der zu rund 75% zugestimmt aber in Schriftform habe ich noch nichts (die finale Zustimmung steht also noch aus).

Mit dem Interesse für den Pacific Crest Trail (PCT) habe ich auch deutlich mehr Reiseliteratur gelesen, da der Pacific Crest Trail ja nur eine Form der Auszeit oder des Reisens ist.

Im August habe ich mich den Leselaunen angeschlossen.

Zusätzlich sind einige Quartalsrückblicke entstanden:

Der Blog selbst hat in diesem Jahr einen Designwechsel vollzogen. Insgesamt bin ich aber gerade ganz zufrieden so wie es ist. Der Server läuft aktuell <auf Holz kopft> auch ganz rund, nachdem es zwischendurch so einige Performazprobleme bei meinem Provider gab, nachdem ich den Server vorher maximal optimiert hatte.

In den ersten 9 Monaten Blog war knapp 14.000 Besucher hier. Danke dafür, ansonsten wäre der Blog auch ziemlich sinnlos. Damit gehört der Blog natürlich zu den ganz kleinen Fischen.

Insgesamt wäre etwas mehr Feedback bzw. Interaktion auf dem Blog noch schön, aber was will man nach so kurzer Zeit erwarten. 😉

Mit Verlagen hatte ich bisher kaum Kontakt aber einige Autoren habe ich angeschrieben. Das hätte ich aber auch unabhängig vom Blog getan. Einige Autoren sind sehr kommunikativ, andere weniger.

Als Autoren habe ich für mich dieses Jahr ganz besonders entdeckt: Sabine Schulter, Jennifer Armentrout und Johanna Benden. Ich kann die Bücher dieser Autoren absolut empfehlen (nicht alle, aber das seht ihr ja in meinen Rezis).

Wie war euer (Blog)jahr? Was hat sich bei euch so alles getan? Ist bei euch alles so gelaufen wie es sollte oder eher nicht?

Ansonsten wünsche ich euch schon mal einen guten Rutsch und ein schönes, erfolgreiches 2019 und vor allem Gesundheit!

USA Visaantrag Ablauf / Interview im Konsulat

Da ich mich ja gerade mit dem Thema Thru-Hike in den USA beschäftige, hatte ich heute das Vergnügen den letzten Schritt bei einem Visumsantrag zu gehen. Aber der Reihe nach:

Wenn man über einen längere Zeit in den USA bleiben möchte (mehr als 90 Tage am Stück), dann reicht das ESTA “Visum” nicht aus. Stattdessen benötigt man ein B2-Visum für touristische Zwecke oder ein Geschäftsvisum B1. Oft werden die beiden aber kombiniert vergeben.

Damit darf man bis zu einem halben Jahr in den USA bleiben (das kann man auch noch mal verlängern lassen um ein halbes Jahr). Das Visum muss aber keinesfalls für ein halbes Jahr gewährt werden. Es gibt also nicht nur die Möglichkeit genehmigt, nicht genehmigt, sondern auch nur z.B. x Tage genehmigt.

Onlineantrag

Der erste Schritt um ein derartiges Visum zu bekommen ist den DS-160 Antrag auszufüllen. Das kann Online erfolgen und wird von einem beauftragten Dienstleister durchgeführt. Dafür benötigt man ein aktuelles Foto von sich was bestimmten Ansprüchen genügen muss. Man benötigt aber abweichend von den Angaben des Konsulates keine Printausgabe des Fotos. Wenn das Foto zu alt ist, kann man sogar im Konsulat noch mal welche erstellen lassen (da waren zwei Automaten für Passfotos).

Wenn man den Antrag komplett ausgefüllt hat wird eine Nummer generiert. Diese Nummer mit Barcode muss man ausdrucken. Das Blatt benötigt man später beim Interview, dazu später mehr.

Achtung: Der Antrag wird schon mit Bezug auf ein bestimmtes Konsulat ausgefüllt. D.h. am Anfang sollte man aufpassen was man auswählt.

Während des Antrages werden z.B. die Geburtsdaten der Eltern abgefragt und auch die letzten 5 tagesgenauen Besuche in den USA.

Im Dezember 2018 war es so, dass das Formular nicht bei 20 Minuten Inaktivität ablief, sondern auch einfach während man es bedient hat (obwohl das eigentlich nur bei Inaktivität passieren sollte). D.h. nach Ablauf der 20 Minuten wird ein Fenster göffnet, das man innerhalb einer Minute bestätigen muss. Wenn nicht, dann fliegt man raus. Wenn man also zwischendurch in einem anderen Programm irgendwelche Daten nachgeschaut hat, konnte es sein, dass die Sitzung abgelaufen ist, obwohl man 4 Minuten vorher noch im Formular gearbeitet hat. Das hieß dann für mich einmal von vorne anfangen, nachdem ich meine letzten USA Reisen erst mal nachschauen musste. Zwischendurch mal Speichern schadet also nicht.

Bei mir hat das Formular auch nicht in allen Browsern funktioniert. Falls es also klemmt, einfach mal einen anderen Browser testen.

Insgesamt muss man massenhaft Informationen angeben. Die üblichen Fragen, ob man Terrorist ist oder welche fördert genauso wie Fragen nach Eltern, bekannten in den USA, Kontaktpersonen, Krankheiten oder Beruf.

Terminvereinbarung

Im zweiten Schritt muss man diverse Daten bei einer anderen Webadresse noch mal eintragen, die man bereits in Antragsformular eingegeben hat. Lustig ist dann noch, dass man sogar noch ermahnt wird, dass man darauf achten soll, dass die Angaben übereinstimmen.

Sobald man auch dort alle Angaben vervollständigt hat, muss man dann bezahlen 160$. Die 160$ ist man in jedem Fall los, auch wenn das Visum nicht genehmigt wird.

Das Visum wird einem zusammen mit dem Reisepass (den gibt man ab beim Interview) entweder zugestellt oder man muss es abholen. Ich hatte das Glück, dass man aktuell gerade den Logistikpartner von DHL auf UPS umstellt (ob das an H. Trump liegt – muss ja alles USA sein nun). D.h. während meines Antrags konnte ich DHL nicht auswählen (die Zustellung war wohl bisher kostenlos). Nach dem Interview konnte ich dann UPS auswählen und musste noch mal 18€ bezahlen. Ich vermute, dass der ein oder andere das nicht auf dem Schirm hatte und sich später wundern wird, warum der Pass und das Visum nicht kommen. So ganz eindeutig war bis vor ein paar Tagen die Information bzgl. des neuen Ablaufes nicht.

Auf der Seite stand lediglich, dass eine Umstellung erfolgt und man erst nach der Umstellung den Zusteller auswählen kann. Ich vermute, wenn man das nicht rechtzeitig macht, dann darf man erneut zur Mailbox in Frankfurt gondeln, um den Pass und das Visum abzuholen. Ich kann mir zumindest nicht so recht vorstellen, dass die 18€ vom Konsulat bezahlt werden, wen man es nicht selber macht.

Die Termine lagen alle im Bereich zwischen 7:00 und 8:30, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Je nach Tag waren unterschiedliche Zeitfenster im Angebot. Für das nächste Jahr war das Fenster noch mal deutlich kleiner. D.h. die späteren Zeiten gab es im Dialog überhaupt nicht mehr. Es werden scheinbar 10 Leute alle 15 Minuten eingeladen, wenn die Ziffer neben dem Termin die Zahl der freien Plätze symbolisiert hat. Das ist aber nur eine Vermutung

Die Anfahrt

Ich hatte heute um 8:30 meinen Interviewtermin. Somit bin ich 5:10 aufgestanden, um rechtzeitig anzukommen. Eigentlich fahre ich 1,5 Stunden nach Frankfurt ohne Stau aber in der Woche gibt es das ja quasi nie. Bis ca. 80km vor Frankfurt dachte ich noch “wow ich bin um 7:30 da, statt 8:30 – da war ich ja wieder viel zu pessimistisch”. Das hat sich dann recht plötzlich geändert, als mein Navi diverse Hiobsmeldungen ausgespuckt hat.

Ich war dann fast genau pünktlich um 8:30 vor Ort. Der Parkplatz beim Konsulat ist übrigens nicht für Besucher, sondern ausschließlich für Angestellte. Wobei das offenbar diverse Antragsteller nicht gestört hat. Aber die Parkplätze entlang der Straße sind kostenlos, wenn man denn einen bekommt.

Bevor man ins Gebäude kommt, muss man die ausgedruckte Terminbestätigung an einem Schalter zeigen (linke Schlange draußen). Dabei wird der Reisepass mit diversen Aufklebern zugekleistert.

Anschließend darf man sich in der rechten Reihe anstellen, wo man Habseligkeiten wie Gürtel, Uhr, Handy (das sollte man lt. Regularien eigentlich überhaupt nicht dabei haben, aber ausschalten ist offenbar auch ok) reinsteckt.

Meine Schlüssel, das Portmonnaie mussten nicht in die Tüte. Anschließend wird man in kleinen Grüppchen in das Gebäude gelassen und dann gibt es die gleiche Kontrolle wie im Flughafen beim Handgepäck.

Der Wartebereich vor dem Gebäude ist teilweise überdacht und es gibt auch ein paar Heizstrahler.

Das Interview

Aus dem Gebäude tigert dann raus in das nächste Gebäude. Dort gibt es einen Check In (den kann man sich eigentlich sparen – die gute Frau hat mir nur gesagt, dass man sich in der direkt daneben befindlichen Schlange anstellen muss aber das hängt wohl vom Visumstyp ab).

Nachdem man sich durch die erste Warteschlange durchgearbeitet hat, werden per Scanner die Fingerabdrücke von allen 10 Fingern abgenommen. An dem Schalter wurde ich zum ersten Mal gefragt was der Zweck meines Visums ist. Als ich dann gesagt habe, dass ich den Pacific Crest Trail wandern würde meinte die Angestellte dann, dass sie das auch gerne machen würde. Ob es ernst gemeint war weiß ich nicht, aber ich hatte zumindest den Eindruck. Anschließend hat sich dann noch gefragt wie weit ich wandern möchte und wie lange es dauert.

Anschließend geht es dann zur nächsten Schlange, wo dann noch mal geprüft wird, ab die linken 4 Finger (ohne Daumen), die soeben abgenommen wurden auch erkannt werden.

Wenn man diese Schlange auch übernommen hat, gibt es weitere 5 Bereiche – 3 ohne expliziten Nummernaufruf und zwei mit Nummern, Sitzplätzen und einer Anzeige, auf der immer die nächste Nummer angezeigt wird. Nach welchem System wir dann auf die Bereiche verteilt wurden, konnte ich nicht nachvollziehen. Ein Bereich war für die dauerhafte Einwanderung. Den Unterschied zwischen den 4 anderen Bereichen konnte ich nicht so ganz nachvollziehen abseits davon, dass in einem Bereich nach Nummern aufgerufen wurde.

Für das Interview hatte ich mich vorher gut vorbereitet. Man muss den zweck seiner Reise belegen und glaubhaft machen, dass man nicht dauerhaft einwandern will. Dafür gab es einige Tipps im Netz und auch vom Konsulat wurden einige Dokumente als Voraussetzung eingefordert. Beispielsweise die letzten 3 Gehaltsabrechnungen, ein aktueller Kontoauszug. In meinem Fall hatte ich das Permit (also die Erlaubnis den Pacific Crest Trail wandern zu dürfen) und eine Karte des PCT mitgenommen.

Ich stehe also erwartungsvoll vor dem Schalter um mit der nötigen Inbrunst mein Ziel darzulegen. Ich musste anschließend ganze drei Fragen beantworten:

  1. Was ist der Zweck ihrer Reise? Den Pacific Crest Trail Hiken
  2. Wie viel haben sie gespart? Summe x
  3. Welchen Beruf haben Sie? IT Consultant

Das war’s. Die hat sich weder Gehaltsabrechnungen, noch den Kontoauszug angeschaut. Meinen Hinweis, dass ich ihr das ich ich meinen Kontostand nicht nur sagen, sondern auch zeigen kann, hat die recht junge Mitarbeiterin abgetan mit nicht nötig. Nach den drei Fragen hat sie dann gesagt, dass das Visum genehmigt ist.

Da fragt man sich schon, welche Daten da im Hintergrund alle zur Verfügung stehen bzw. genutzt werden und ob die Entscheidung wirklich vor Ort in dem Moment getroffen wird, oder mehr oder weniger schon vorher fest steht.

In der Halle gibt es übrigens Toiletten (wenn auch nicht gerade viele) und auch Getränke und Snacks zu Flughafenpreisen (z.B. 3€ für eine 0,5er Cola). Man darf aber auch Getränke mitbringen.

Fazit:

Alle Mitarbeiter waren sehr nett und die meisten haben sogar deutsch gesprochen. Lediglich die Security und die Dame, die die Fingerabdrücke kontrolliert hat nicht. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Jemand der ein halbes Jahr in den USA leben will, sollte ja gewisse Grundkenntnisse der englischen Sprache haben.

Jetzt sollte in den nächsten Tagen der Reisepass und das Visum per UPS kommen – ich bin gespannt, ob es klappt.

Der ganze Prozess ist superbürokratisch. Da stehen uns die Amerikaner nicht nach! Im Konsulat war ich nur etwas mehr als eine Stunde. Die Fahrerei hat gute 4,5 Stunden gedauert. Die Fragen waren mehr oder weniger überflüssig. Was ich in den USA will stand im Antrag. Wie viel ich gespart habe, hätte man auch dort abfragen können und der Beruf wurde eh im Formular abgefragt.

Es gab aber auch Leute bei denen das Interview deutlich ausführlicher ausgefallen ist. Daher meine Annahme, dass vor dem Interviews auch schon eine Vorprüfung / Kategorisierung erfolgt.

Ich war übrigens leicht überrascht. In der ganzen Halle gab es nur eine amerikanische Fahne. Ich hatte da mit mehr Patriotismus gerechnet. Es gab aber diverse Werbebilder und auch einige Werbefilme für Aktivitäten und die Natur.

Pacific Crest Trail Permit / Bewerbungsprozess

Noch mal ein Eintrag zum PCT. Heute um 19:30 deutscher Zeit hat der Anmeldeprozess für den PCT begonnen. In der ersten Welle wurden 35 Plätze pro Tag vergeben. Die restlichen 15 Plätze pro Tag werden im Januar vergeben. Es dürfen also pro Tag maximal 50 Leute starten. Was schon relativ viel ist, denn die müssen ja alle auch irgendwo entlang des Trails campen.

Dieses Jahr gab es bei der Bewerbung zum ersten Mal ein Warteschlangensystem. Der Nachteil an dem System war, dass es das reinste Lotto war. Wenn man vor der Startzeit in der Warteschlange war, hat man um 10:30 PST einen zufälligen Platz in der Schlange bekommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits rund 4000 Plätze lang war. Nach anderthalb Stunden war der April quasi komplett ausgebucht. Wenn man die belegten Plätze pro Tag mit der Anzahl der Warteschlangenplätze vergleicht, konnte man aber erkennen, dass viele Leute mehrfach in der Warteschlange waren um ihre Chancen zu erhöhen. Ich hatte Platz 960 in der Schlange und im April bis auf zwei Tage noch die volle Auswahl. Das war aber auch der Zeitpunkt bzw. Platz in der Reihe wo es langsam kritisch wurde.

Der Prozess lief aber unglaublich gut und glatt. Da muss man der Parkverwaltung oder auch einem evtl. externen Dienstleister großes Lob aussprechen. Ich hatte mir den Prozess deutlich holpriger vorgestellt.

Nachdem ich dann meine Bewerbung platziert hatte, sah es schon so aus:

Um 21:00 war dann quasi der ganze April rot, gegen 21:15 auch der halbe März und die erste Maiwoche. Im Bereich von 21:15 wäre man mit Platz 3xxx gelandet. Ab 21:30 waren die halbwegs realistischen Starttage weg. Um 21:45 ist der Mai zur Hälfte weg und der März fast vollständig.

Da die Queue später auf 6000 hoch ging, werden da einige bei der Anmeldung entweder deutlich von ihrem echten Startdatum abgewichen sein oder in die Röhre geschaut haben – ich hatte es in vorherigen Beiträgen schon erläutert: Das Zeitfenster für den PCT Start ist aufgrund der Witterung während des Trails relativ eng. Mitte April stellt quasi das theoretische Optimum da (davor im südlichen PCT zu viel Schnee, danach im nördlichen PCT). Dementsprechend verteilen sich die Starttage um Mitte April. Wobei es wohl eine Tendenz zur zweiten Aprilwoche gibt, wenn man sich das oben anschaut.

Die Häufung auf dem 1. April ist auch logisch, weil viele vermutlich ab da freigestellt sind oder gekündigt haben. Ein sinnvolles Startdatum ist der 1. April aber nicht wirklich, wenn man ein durchschnittliches oder High Snow Year hat.

Ich hatte es vorher bereits vermutet aber für mich ist nun absolut klar, dass es mehr als nur ein paar Leute geben wird, die sich nicht an ihre Startzeiten halten werden. Insofern werden an einzelnen Tagen vermutlich deutlich mehr als 50 Leute pro Tag starten. Das dürfte zumindest an den Campspots am Anfang des Trails nicht gerade entspannt werden. Vermutlich eher wie bei den Brummifahrern, die abends auch immer an den Rastplätzen Schlange stehen.

Es wird vermutlich Tage geben wo eher 100 oder 150 Leute statt der geplanten 50 Leute an den Start gehen werden. Dann wird es dann vermutlich auch Kontrollen der Permits geben. Wobei ich im Buch gelesen habe, dass man den Permit am Beginn des Trails überhaupt nicht benötigt.

Nachtrag: Bei uns waren Leute von der PCTA am Start, es wurde aber nur gefragt wer ein Permit hat und man eins für den Tag hat, an dem man startet. Selbst ohne Permit ist aber beim Start nichts passiert. In Regionen wie Yosemite oder Mt. Whitney kann man aber je nach Ranger durchaus Probleme bekommen, wenn man kein gültiges Permit hat.

Der nächste Schritt für mich ist nun das Gespräch mit dem Arbeitgeber. Das werde ich nächste Woche suchen.

Update 29.10.2019:

Ich habe reingeschaut dieses Jahr. Bei dieser Runde waren die Plätze noch etwas schneller weg als letztes Jahr. Der Prozess hat um 18:30 begonnen (10:30 PST) und um 21:00 waren schon alle Tag in den Monaten März / April / Mai vergeben mit je 35 Plätzen. Das entspricht grob Platz 10xxx in der Schlange. Alle danach gehen leer aus.

Im Schnitt hat also jeder 3 Plätze in der Schlange belegt. Um 19:30 waren die ersten Tage bereits geblockt (typisch um Mitte April) und dann ging es von da aus recht schnell weiter. Die Warteschlange ist auf ca. 13000 hoch gegangen. Wenn man mit dem Vorjahr vergleicht, war um 21:15 mit 3xxx, dieses Jahr war da schon alles vorbei bei Platz 10xxx. Allerdings hat letztes Jahr das ganze auch eine Stunde später begonnen (ggf. andere Zeitumstellung).

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