Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Achtung, es folgt große Tabelle, lasst euch nicht davon erschlagen. Man erkennt an der Tabelle aber ganz gut, warum einige auch von einer logistischen Leistung sprechen und der Trail auch was für Planer ist.

Man darf nicht vergessen, dass die Folgende Tabelle eine Planung für gut 5 Monate enthält. Wenn ihr sämtliche Einkäufe von 5 Monaten vorher planen würdet, käme ja auch einiges zusammen. Das sieht also viel schlimmer aus als es ist.

Ich versuche die diversen Farben und Informationen in der Tabelle nach und nach zu erklären. Fühlt sich gerade noch jemand an Geld oder Liebe mit Jürgen von der Lippe erinnerst? Nein? Ok, dann seid ihr nicht alt genug oder habt das nie geschaut. 😉

Die Spalte Location steht – logisch – für den den Ort an dem man sich befindet.

Die Spalte Trail Miles distance gibt die Position auf dem Trail wieder. Zusätzlich ist die Spalte in dem Bereich gelb markiert, in dem einen Bärenkanister benötigt (zum Thema Ausrüstung siehe auch hier). Das ist ein Kanister, in dem Essen und Nahrung bärensicher untergebracht sind.

Trail km distance gibt die vorherige Spalte in km wieder. Zusätzlich ist die Spalte gelb markiert in Bereichen in denen man mit Ungeziefer rechnen muss. Das bedeutet mindestens ein Kopfnetz dabei haben und Deet. Zusätzlich ist lange Kleidung, am besten auch gegen Ungeziefer behandelt, hilfreich. Unter Ungeziefer fallen alle Insekten, die einen attackieren. Von Mücken, über Fliegen (nicht die harmlosen wie bei uns) über Zecken. Orange sind bereiche, in denen das Ungeziefer noch lästiger ist.

Die Distance from Last Resupply bezieht sich auf die Spalte Tage Essen. Immer wenn dort eine Zahl steht, ist das die Essensmenge in Tagen, die an dem Ort mitgenommen wird. Zusätzlich ist die Spalte türkis markiert in den Bereichen in den oft Mikrospikes, Crampons oder eine Eisaxt benötigt werden. Zum Essen kann man auf den ersten paar hundert Kilometern bis zu 7l Wasser und das Basisgewicht addieren. Da sind spielend 15-20kg zusammen. Später auf dem Trail kommt man dann oft auch mit 2l Wasser aus.

Die rote Markierung in der Spalte distance from trail bedeutet, dass man sich dort keine bounce box – also eine Box hinschicken sollte, in der man Nachschub wie Zeltheringe, Socken, Sonnencreme, Zahnpasta usw. hat. Also alles Dinge, die man nicht täglich benötigt. Diese Box öffnet man, legt etwas hinein, entnimmt etwas und schickt sie dann weiter. An den rot markierten Stellen ist der Versand nicht möglich. Wo ich die Bounce Box eingeplant habe erkennt man an den braunen Markierungen im Bereich Gas.

In Warner Springs wird z.B. Essen für 4,5 Tage mitgenommen. Die Spalte M(ail) / B(uy) bedeutet, dass im Falle von B(uy) vor Ort Essen gekauft wird. M(ail) bedeutet, dass das Angebot vor Ort zu eingeschränkt ist oder das Essen einfach sehr teuer ist und man sich vorher ein Paket an die Stelle schicken muss. Die Maildrops sind grün eingefärbt. Das Packen und Verschicken von den Paketen erfolgt immer dann, wenn in der Spalte Location die Hintergrundfarbe hellgrün ist. In Camp packt man z.B. alle Pakete für M1 Maildrops – d.h. für Warner Springs und Kennedy Meadows. Wenn in der Spalte zwar M(ail) / B(uy) steht aber dahinter keine Tage, dann habe ich dort keinen Resupply geplant, M(ail) / B(uy) ist aber die Empfehlung von anderen Hikern.

Die Spalte Distance vom Trail gibt an wie weit vom Trail weg der Resupply Point ist. Oft muss man per Anhalter fahren, weil die Entfernungen einfach zu groß zum laufen sind. Zumal man auf dem Trail viel Weicher läuft als auf einer Straße und auch die Schuhe keine Schuhe sind, die für Straßen gedacht sind.

Gas bedeutet, dass man Gaskanister für den Kocher bekommt. Bei Supermarkt bedeutet das große X einen echten Supermarkt (roter Hintergrund), das kleine x mit orangem Hintergrund einen mittelgroßen Laden und das kleine x in schwarz einen kleinen Laden.

Outdoor bedeutet, dass es dort einen Laden für Hikernachausrüstung gibt, in dem man z.B. Schuhe oder andere Ausrüstungsteile nachkaufen kann.

Laundry bedeutet, dass man dort die Wäsche reinigen kann. Shower bedeutet, dass man dort Duschen kann und ATM, dass es einen Geldautomaten gibt. Klammern bedeuten jeweils Eingschränkungen (z.B. nur für zahlende Gäste oder vergleichbar).

Der Grobzeitverlauf gibt an wann man in etwa wo sein muss, damit man den PCT in einem Thru-Hike bewältigen kann, bevor es zu kalt wird. Man erkennt also, wenn man nicht gerade in Rekordgeschwindigkeit den PCT angeht (um die 60 Tage sind möglich, wenn man WIRKLICH fit und den PCT schon mal gelaufen ist), dann ist das Zeitfenster relativ knapp. Die Eckdaten sind:  Die Sierras sind erst im Bereich von Anfang oder besser Mitte Juni zu überqueren, weil dort sonst auf den Pässen viel Schnee liegt. Desto mehr Schnee bereits getaut ist, desto mehr Wasser gibt es in den Flüssen, die man Queren muss (Queren bedeutet, dass man durch den Fluss laufen muss – das kann je nach Strömung anspruchsvoll bis gefährlich sein). Zusätzlich nehmen dann die Mücken deutlich zu. Wenn man zu Spät ankommt, dann liegt Schnee. Ende September schon nicht mehr sicher, dass man den Trail beenden kann.

Zero bedeutet einen Ruhetag einlegen – also so etwas wie Wochenende. Nur das man als Hiker an diesen Tagen oft sehr beschäftigt ist, um Nahrung und Ausrüstung für den weiteren Weg zu Organisieren. Da ich gerade dabei bin: Ein Nero ist ein near zero also ein Tag an dem man sehr wenig läuft. In der Spalte Zero sind grün markiert die Orte, an denen mehr als >30% der Hiker eine Pause einlegen. Gelb markiert sind die Orte, an denen 10-<=30% der Hiker eine Pause eingelegt haben.

Wie ihr an der Gesamtsumme der Essenstage, an dem Grobzeitverlauf und an den Zeros erkennt, geht das nicht ganz auf. Man muss sich aber eh bewusst machen, dass so ein Plan als Vorbereitung sehr hilfreich ist, aber es auf dem Trail Massenhaft gründe geben kann davon abzuweichen. Es geht einem nicht gut. Man muss sich ausruhen. Man hiked gerade in einer Gruppe mit der man sich gut versteht usw. Daher ist ein Plan nur als sehr grober Rahmen zu verstehen. Der Vorteil, wenn man so einen Plan erstellt ist aber, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und danach deutlich besser einordnen kann was einen erwartet.

Die Strategie ist übrigens nicht meine Idee. Ich habe mehrere Quellen genutzt und das daraus abgemischt was ihr hier seht. Es gibt auch nicht DIE richtige Strategie. Jeder Hike ist anders. Wichtig ist nur, dass man nicht irgendwo im nirgendwo ohne Essen und Nahrung steht und noch 50km laufen muss.

LocationTrail Miles
distance
Trail km distanceDistance from
last Resupply
distance from
trail
GasSuperm.Outd.LaundryShowerATMMail
Buy
Tage
Essen
GrobzeitverlaufZero
Campo1,421.40xxxB1,521. Apr
Lake Maurena20200xxxxB1,522. Apr
Mt Laguna41,56721,50,4xxxB2,523. Apr1,0
Julian7712413xxxB
Warner Springs109,517632,51,2xxM14,526. Apr1,0
Paradise Cafe151,92441M
Idyllwild (Pines-to-Palms Hwy)151,924419B
Idyllwild (Devil’s Slide Trail)179,428969,92,6xxx(x)xxB501. Mai1,0
Cabazon209,53374,5
Big Bear City (Highway 18)266,142886,75xXxxB4,507. Mai1,0
Cajon Pass34255075,90,4xB1,5
Wrightwood (Acorn Trail)363,458521,43,6xXx(x)xxB4,513. Mai
Wrightwood (Highway 2)369,45945,5B
Agua Dulce / The Saufleys454,573191,10x(x)(x)xxxB1,519. Mai1,0
The Andersons478769
Lake Hughes485,778231,22,3xxB4,5
Hikertown Hostel517,68330.25xxM
Tehachapi – Tehachapi Willow Springs Road558,58999xXxxxB24. Mai
Mojave – Highway 58566,591280,811xXxxB7,51,0
Onyx652104917x
Kennedy Meadows702,21130135,70,7xxxxxM26,501. Jun1,0
Lone Pine  (Trail Pass)745,3119920xxxxxx
Independence – Kearsage Pass788,9127013xxx(x)xx
Bishop – Kearsage Pass788,91270103,755xXxxxxB509. Jun1,0
Muir Trail Ranch857,713801.5x
Vermillion Valley Resort878,8141489,95xxxxM21,516. Jun
Mammoth Lakes906,7145927,98 (Bus)xXxxxxB218. Jun1,0
Tuolumne Meadows942,5151735,80xx(x)B421. Jun
Lee Vining1019,2164057xxxxx
Kennedy Mdw (Sonora Pass Hwy 108)1016,9163774,411xxxxM3425. Jun
Sonora Pass Resupply1019,716410
Echo Lake Resort1092,317580xB
South Lake Tahoe1092,3175875,49xXxxxxB330. Jun
Soda Springs1153,418563,4x(x)xB
Truckee1153,4185661,18xXxxx204. Jun
Sierra City1195,41924421.5xxxxM34,506. Jul1,0
Quincy1267,1203912XxxxxB
Belden1286,8207191,4xxxxM34,510. Jul
Chester1331,321438xxxxB
Drakesbad Guest Ranch1349,721720.5x
Hat Creek (Old Station PO)1373,4221086,60,4xxxB215. Jul
Burney1411,3227137,97XxxB4,518. Jul1,0
Burney Falls State Park14192284xM
Mt Shasta1501,2241689,912xXxxxB4,5
Dunsmuir1501,224164,5xxx21. Jul1,0
Castella1501,224162,5xxx
Etna1599,7257498,510,4xxxxB4,526. Jul1,0
Seiad Valley1655,9266556,20xxxxB330. Jul
Callahans1718,727661xxM
Ashland1718,7276662,813xXxxxB503. Aug1,5
Green Springs Inn1735,427931,8
Hyatt Lake Resort1742,728051,4x
Fish Lake Resort1773,428541.25xx
Crater Lake P.O.1820,92930102,24M4408. Aug
Mazama Village Store – Crater Lake1820,929300,8xxxxx
Shelter Cove Resort1906,6306885,71,4xxxxM4412. Aug1,0
Elk Lake Resort1952,631421x
Sisters Mc Kenzie Pass1983,8319315xXxxxxB
Bend Mc Kenzie Pass1983,8319337xXxxxB
Big Lake Youth Camp1995,1321188,50,7xM44,516. Aug
Olallie Lake2066,233250x
Timberline Lodge20973375101,90(x)xxM42,5
Cascade Locks2146,9345549,90xxxxxB423. Aug1,0
Trout Lake2228,935878213x(x)xM53
White Pass2294,93693660.5xxxxM54,531. Aug1,0
Snoqualmie Pass2393,1385198,20,3x(x)xM5305. Sep1,0
Stevens Pass / Skykomish2464,139667116xxM5510. Sep
Dinsmores2461,1396124xx
Stehekin2571,94139107,811,1 BusxxxM54,515. Sep1,0
Manning Park, BC, Canada2661,4428389,50,9xxxx20. Sep
138,520

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung

Quellen:

 

Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung

Fire Creek Pass on the Pacific Crest Trail. Photo by Ed Pabor.

Ich hatte ja bereits angekündigt oder angedroht, dass es noch mindestens einen weiteren Beitrag zum Thema Thru-hike bzw. Pacific Crest Trial PCT gibt (aktuell sieht es aber aus, als wenn es noch mehr werden). Ich habe mir angesehen welche Ausrüstung man  mitnimmt auf einen derartigen Trail. Als Quelle dafür haben mir diverse Ausrüstunglisten von Leuten gedient, die den PCT gewandert sind und es gibt auch Zusammenfassungen, die im Rahmen von Umfragen von PCT Wanderern erhoben werden, welche Ausrüstungsgegenstände am beliebtesten waren und wie zufrieden die Leute damit waren.

Obwohl man nach einigen Tagen aussieht wie ein Obdachloser und auch so riecht (das nennt sich dann Hiker Trash), hat man durchaus Hightech Ausrüstung dabei.

Da ich im Beitrag diverse Markennamen verwende kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung, auch wenn das faktisch nicht zutrifft.

Was ist das Ziel?

Die besagten 30kg, die Cheryl Strayed in Der große Trip am Anfang auf dem Rücken hatte, sind totaler Overkill. Aber auch heute ist das Gewicht noch hoch genug. Das sogenannte Basisgewicht (also das Gewicht ohne getragene Kleidung und Verbrauchsgüter wie Wasser, Essen, Brennstoff, usw.) soll dabei möglichst minimiert werden. Die meisten Leute wandern heute mit einem Basisgewicht irgendwo im Bereich zwischen 5 und 9kg. Meine Aufstellung unten ist auf ca. 7kg ausgelegt. Wenn man noch sparsamer ist, kommt man auf ca. 5kg.

Im Selbstversuch?

Da ich mir durchaus vorstellen kann, einen derartigen Trip selber zu machen habe ich mir die Frage konkreter gestellt und mich gefragt was ich mitnehmen würde und wie schwer mein Rucksack mit der Ausrüstung ist.

Vielleicht interessiert ihr euch nicht die Bohne dafür selbst mal zu über längere Strecken ohne Hotel zu Hiken aber evtl. ist es trotzdem einfach mal ganz interessant sprichwörtlich am Wegesrand zu stehen und zu beobachten was ein Thru-Hiker heute so dabei hat.

Die großen vierBezeichnungGewichtPreisOptional
Zelt (für 2 Personen)Zpacks Duplex539550
8 HeringeZpacks  6.5 inch Titanium V Stakes8825
SchlafsackCumulus X-LITE 400 + Overfill Back + hydrophobic down635451
RucksackZpacks Arc Haul Backpack (62L)680275
Rucksack AddonV-Top Strap1410
Rucksack AddonBelt Pouches4250
Rucksack AddonShoulder Pouches2840
Rucksack AddonIce Axe Loops310
Isomatte oder LuftmatratzeTherm a Rest NeoAir xLite340128
Kopfkissen Sea to Summit Aeros Ultralight Pillow Regular – Reisekissen6830Optional
Hygiene
ZahnpastaMeridol 5×2025
1x Zahnbürste20
Nagelklipser25
Handdesinfektion (Handsanitizer)50
Azblaster statt Toilettenpapier20
Sonnencreme50
Penaten Creme oder vergleichbar25
Schaufel für ToilettengangTheTentLab The Deuce® Original1725,5
Labello10
Gesundheit
Anti Zecken ZangeRNK Zeckenkarte Safecard53,75
Erste Hilfe MinisetHighlander First Aid Dressing Wipes Bandage Scissors Mini Pack5012
Blasenpflaster / GelpadsMoleskin + ?25
BonbonsBalneo502,5X
MagentablettenRennie35
MagentablettenOmeprazol40
Nasentropfen20X
Augensalbe25
Augentropfen25
Ibutabletten25
Elektronik
USB Netzteil4xUSB Charger US Anschluss9114,9
SmartphoneiPhone 8148vorhanden
Ladekabel iPhone15vorhanden
PowerbankAnker PowerCore 10000mAh externer Akku, die kleinere und leichtere Powerbank, Extra Kompakt für iPhone X 8 8Plus 7 6s 6Plus, iPad, Samsung Galaxy und Weitere Smartphones(Schwarz)18025,99
GPS + SatellitenmessaginginReach Explorer+213500
Stirnlampe mit BandZebralight H604d 18650 XHP50.2 Flood 5000K High CRI Headlamp7580
Batterie für Stirnlampe1865050vorhanden
Powerbank und Ladegerät + USB Kabel für Stirnlampe20vorhanden
Ohrhörer10vorhanden
KameraSony DSC RX-100 VI3001300Optional
Batterien für Kamera1 Stück3133,99Optional
Micro USB Kabel20Optional
Essen + Kochen
KocherMSR Pocket Rocket 2100
Gas125520 Brennvorgänge
TopfEvernew Ultra Light Pot 0.6 L ECA251R11055
Löffelfreigeist Titan Spork I Göffel, Messer-Gabel-Löffel-Kombi2314
TaschenmesserVictorinox Taschenmesser Classic SD2210,9
Bandana (Losen Dreck aus Wasser filtern)Unbekannt Bandana Kopftuch Halstuch Nickituch Biker Tuch Motorad Tuch verschied. Farben Paisley Muster403
Feuerzeug20
Anti Bären KitBear Bagging Kit9650
Wasseraufbereitung
2 Wasserflaschen je 1 oder 1,5LiterSmart Bottles (Standardflschen in den USA)5016,7
Faltbare FlaschenPlatypus Platy Bottle 2L Gray Neu7515
FilterSAWYER PRODUCTS Sawyer PointONE Squeeze SP129 Wasserfilter und Adapter SP1109055
Chemische FilterungMicropur Trinkzubehör3020
Antichlor (verb. Geschmack von chemisch gereinigtem Wasser)Micropur Katadyn Antichlor MA 100F 10ml188Optional
Adapter für SchlauchintegrationSawyer Inline Hydration Pack Adaptor1010
TrinkschlauchPlatypus Trinkschlauchkit Drinking Tube Kit, One size, 70454016,9
Kleidung
SonnenbrilleMit Sichtkorrektur20
DaunenjackeYeti Strato155390
2 paar SockenDarn Tough Hiker 1/4 Sock Cushion13040
1 paar SockenVertex No Show Tab Ultra-Light – Darn Tough2620
Anti Ungeziefer HemdExofficio BUGSAWAY CORFU L/S18080
Anti Ungeziefer Hose langExofficio BUGSAWAY SANDFLY PANT20080
Kurze HoseIcebreaker COOL-LITE STRIKE LITE SHORTS HERRE12348,96
T ShirtIcebreaker COOL-LITE STRIKE LITE SHORT SLEEVE CREWE HERREN14560
Langarmshirt (Schlafen / Base Layer)Icebreaker MEN’S COOL-LITE SPHERE LONG SLEEVE CREWE12090
UnterhoseExofficio GIVE-N-GO BRIEF7040
Hut (Sonnenschutz)ULTRA ADVENTURE HAT7540
Uhr (Höhe, Barometer, Kompass, Temperatur)Casio SGW-1000-1AER5480Optional
Gaiter (Schutz vor Steinen + Dreck in den Schuhen)Dirty Girl Gaiters3525
MützeZpacks Micro-Fleece Hat2720
Handschuhe (Wärme)Zpacks PossumDown Gloves4020
Handschuhe (Wasserschutz)Zpacks  Vertice Rain Mitts2850
Schuhe für Camp und WasserTeva Mush II20025Optional
Hose (Schlafen / Base Layer)Icebreaker Oasis Leggins18075
Schuhe (Trail Runner)Altra Ultra Lone Peak 3D Point
Hiking StöckeFizan Compact Pole316120Ersatz Spitzen Black Diamond
Regenkleidung
RegenjackeZpacks Vertice Rain Jacket176300
RegenhoseZpacks Vertice Rain Pants105150
Diverses
Permits, Creditkarte, Geld, Stift50
Leertiegel5er Set Leerdose Geltiegel schwarz – 50ml Leertiegel Doppelwandig50
Dryback für DiversesLarge Food Bag4340
Pfeife (hilft nicht gegen Bären)ACME Tornado Slimline
KopfinsektennetzEVEN Naturals MOSKITONETZ Kopf2511
Repair KitZpacks Sewing Repair Kit w/ Kevlar Thread105
Repair KitZpacks 3″ Circular Adhesive Reinforcement24
Tape zum reparierenGorilla Tape
68735656,09
Wüsten Equipment:
SchirmZpacks Liteflex Silver Backpacking Umbrella20750
Sierra Equipment:
MikropspikesKahtoola MICROspikes31070
EisaxtCamp Corsa Ice Axe205120
BärenschutzbehälterBearikade The Weekender878250
ggf. Gaiters gegen SchneeCAMP DUO GAITERS23060Optional
Einsparungspotenzial für Minimalisten (Baseweight um 5kg)
Kleidungkeine Unterwäsche, kein T-Shirt, 1 paar Socken, keine Uhr, keine Campschuhe, keine Schlafhose-700-200
Gesundheitalle Medikamente weg, nur minimales erste Hilfe Set-250-20
Elektronik, kleinerer SatellitennotsenderKamera weg-450-1350
Die großen 4kleinerer Rucksack und Zelt-200-100
WasseraufbereitungChemische Filter und Schläuche weg-100-55
-1700-1725

Blau = nicht oder teilweise nicht (z.B. nur 1x bei zwei Stück) im Basisgewicht enthalten

Orange = Optional

Wenn ihr nachrechnet, werdet ihr oben in der Summe nicht genau auf die 6,8kg kommen. Das liegt daran, dass man getragene Kleidung rausrechnet aus dem Basisgewicht. Das sind also die blauen Einträge. Ich war aber sehr zurückhaltend. Einige Hiker rechnen auch die Kamera, Hiking Stöcke und die halbe Kleidung als am Körper getragen. Fakt ist: Tragen muss man es am Ende so oder so. Ob man sich das Basisgewicht schön rechnet oder nicht ist egal.

Die Ausrüstung im Einzelnen:

Generell:

Egal wo man wandert macht es durchaus Sinn sich lokale Ausrüstung zu besorgen. Beispielsweise ist dann viel leichter Ersatzteile zu bekommen.

Zelt / Tarp Cowboycamping:

Zpacks™ Duplex (Zwei Trekkingstöcke dienen als Zeltstütze) – dieses Zelt gibt es aber auch in freitragender Ausführung

Cowboycamping bedeutet, dass man ohne Schutz einfach in seinem Schlafsack draußen pennt. In der Regel hat man einen Wetterschutz um den Schlafsack. Ein Biwi.

Ein Tarp ist wie ein Zelt ohne Wände und Boden. Es bietet also primär Schutz vor Regen und Schnee (allerdings auch nur begrenzt).

Für mich kam aufgrund der geringen Gewichtsunterschiede zu Zelten, die als Basis die Trekkingstöcke verwenden nur ein Zelt in Frage.

Bei den Zelten gibt es auch diverse Varianten. Zelte die Freistehen (das geht nicht bei Zelten mit Trekkingstöcken). Diese Zelte haben den Vorteil, dass man sie auch auf harten untergründen wie z.B. Beton aufstellen kann. Weiterhin gibt es Zelte, die oben eine Öffnung haben. D.h. man kann die Sterne bewundern, wenn man die Abdeckung gegen Regen nicht drauf hat. Die Abdeckung macht im Wind aber andersrum recht viel Krach.

Big Agnes Copper Spur

Zelte können heutzutage, dann Hightechstoffen unglaublich leicht sein, besonders wenn die Hikingstöcke als Zeltstangen verwendet werden. Das obige Zelt aus der Tabelle bietet etwas mehr Platz, was einem erlaubt seine Habseligkeiten im Zelt zumindest ein wenig auszubreiten. Weiterhin ist eine gewisse Grundhöhe vorhanden, weshalb man sich im Zelt zumindest vernünftig hinsetzen kann.

Eine Alternative zum o.g. Zelt ist dieses (100g leichter):

BezeichnungGewichtPreis
Zpacks Plexamid Tent420549
Zpacks  6.5 inch Titanium V Stakes11030
Trekking Stöcke:

Black Diamond Alpine Carbon Cork

Braucht man die überhaupt? Da gehen die Meinungen auseinander. Einige finden, dass nur die beine Bewegen nicht gut ist und man auch die Arme mit bewegen sollte. Zusätzlich können die Beine über Treckingstöcke etwas entlastet werden.

Wirklich hilfreich sind die Stöcke in steilen Terrain oder bei Flussquerungen. Wenn man die Stücke als Zeltstangen einsetzt, dann benötigt man sie eh. In den Sierras, wenn Eis und Schnee liegt muss man sich eh zwischen Trekkingstöcken und Eisaxt entscheiden. Nur die Eisaxt kann einem das Leben retten. Der Trekkingstock nicht.

Gossamer Gear Lighttrek 5

Von Hikern werden die Varianten mit Kork oder Korkimmitatgriffen teilweise bevorzugt, weil das bei Schweißhänden angenehmer ist. Dafür sind die aber auch wieder etwas schwerer. Wunder gibt es bei Hikingstöcken nicht. Desto leichter, desto instabiler. Karbonfaser verringert zwar das Gewicht, ist aber bei seitlichem Druck nicht besonders stabil. Wenn ja jemand seinen Rucksack drauf knallt, können die also brechen. Zusätzlich sind die Elemente zum Sperren der Elemente gegen verrutschen bei leichteren Trekking Stöcken instabiler, halten also ggf. nicht das ganze Körpergewicht.

Isomatte / Luftmatratze:

Therm a Rest NeoAir xLite (6,3 cm) – R3.2

Ich habe oben in der Tabelle eine Luftmatratze angegeben. Die habe ich mir auch schon besorgt und selber getestet. So gut wie im Bett ist die definitiv nicht aber man kann auch als Seitenschläfer darauf schlafen. Und gemessen am Gewicht ist die schon recht gut. Luftmatratzen bieten wenigstens einen gewissen Schlafkomfort und i.d.R. eine bessere Isolierung.

Exped Synmat HL Winter M (9cm) R-Wert 5

Luftmatratzen sind unterschiedlich konstruiert. Oben Erkennt man, dass die Exped die Luftkammern entlang der Längsachse hat, die Therm a Rest genau andersrum. Es gibt auch Matratzen mit vielen kleinen Kammern. Ich habe alle drei Varianten getestet. Die Quervariante hat den Vorteil, dass sie nicht so leicht zusammengedrückt wird, wenn man auf der Seite schläft. Da die oben dargestellte Exped aber ca. 3cm Dicker ist als die NeoAir Xlite gleichst sich das wieder aus. Sea to Summit bietet eine ziemlich schwere variante mit zwei separaten Ebenen und kleinen Kammern an. Die fand ich aber schlechter als die beiden oben dargestellten Varianten.

Sea to Summit Comfort Plus Insulated (6,3cm) R-Wert 5

Auch was die Materialdicke angeht unterscheiden sich die Luftmatratzen erheblich. Gerade im Outdoorbereich mit man gut aufpassen, wenn das Material zu dünn ist, dann ist die Gefahr hoch, dass die Luftmatratze einen frühzeitigen Tod stirbt und das kann sehr unangenehm sein, wenn man dann direkt auf dem Boden pennen muss.

Als Alternative kann man statt einer Luftmatratze auch eine Isomatte nutzen. Ein oft verwendetes Beispiel ist die Therm-a-Rest Z Lite Sol. Eine Isomatte hat den Vorteil, dass sie weniger anfällig ist (bei einer Luftmatratze reicht ein Loch und wenn man es nicht reparieren kann ist sie nutzlos – das kann bei geringen Temperaturen gefährlich werden, weil man dann keine Isolation mehr gegen Bodenkälte hat). Weiterhin hat eine Isomatte den Vorteil, dass man sich auch in Pausen einfach drauf setzen kann oder sie – wie bei der vorgenannten sogar als Sitz nutzen kann. Dafür ist der Schlafkomfort einer Isomatte deutlich schlechter.

Neben dem Schlafkomfort ist es auch wichtig, dass die Luftmatratze eine gewisse Isolierwirkung hat. Die wird durch den R-Wert angegeben und gibt die Isolierung gegenüber dem Boden an. Die Dauen im Schlafsack bringen nach unten quasi nichts, weil man sie zusammen drückt ist die Isolierwirkung fast nicht vorhanden. Auf dem PCT benötigt man einen R-Wert von >=3.

Als Seitenschläfer sind viele Luftmatratzen relativ problematisch, weil man wegen der punktuellen Belastung bis auf den Boden durchsackt. Das ist a) äußert unbequem und b) wird der R-Wert dann natürlich nicht mal ansatzweise eingehalten. Größere Matratzen bei gleicher dicke verstärken das Problem übrigens noch.

Da beim Aufblasen einer Luftmatratze immer Feuchtigkeit in die Matratze gelangt, neigen die Matratzen früher oder später dazu von innen zu schimmeln (lecker, oder?). Dementsprechend bieten einige Hersteller Pumpsäcke an, die das Aufblasen beschleunigen und dafür sorgen, dass weniger Feuchtigkeit in die Matratze gelangt.

Folgende Matratzen habe ich getestet:

  • Therm a Rest NeoAir xLite Regular – Für Seitenschläfer nur bedingt zu empfehlen und relativ starke Knistergeräusche, wenn man sich bewegt. Die Matratze ist aber superleicht. Der R-Wert ist mit 3,2 in Ordnung. Bedingt geeignet für Seitenschläfer (wird von PCT Hikern sehr oft benutzt in dieser oder in der Small version)
  • Therm a Rest NeoAir xLite Large – wie Medium aber man sackt bei punktueller Belastung noch leichter auf den Boden ab
  • Sea to Summit Comfort Plus Insulated – nicht bequemer als andere Matratzen und zusätzlich sehr schwer aber auch robust
  • Theam a Rest Pro Lite Plus Small – Für Seitenschläfer nicht geeignet und self inflating ist auch eher ein Werbeversprechen
  • Therm a Rest Z-Lite Zol – Superhart – für Seitenschläfer ein absolutes no go. Ist aber ruck zuck einsatzbereit. Kein Aufblasen nötig. Diese Matte wird von PCT Hikern sehr oft verwendet.
  • Them a Rest NeoAir Camper – aufgrund der Dicke relativ bequem auch als Seitenschläfer und ziemlich robust. Der R-Wert ist allerdings nicht sehr hoch mit 2.2 und das Gewicht auch – man sollte also eine Isomatte darunter legen. Empfehlung für Seitenschläfer
  • Exped Synmat HL Winter M – aufgrund der Dicke relativ bequem auch als Seitenschläfer aber nicht so robust. Der R-Wert ist mit 5 top, allerdings wird der in der wohl kaum erreicht, wenn man auf der Seite schläft. Empfehlung für Seitenschläfer

 

Schlafsack:

Cumulus X-Lite 400

Das ist relativ einfach. Die Meinungen beim PCT sind relativ einhellig, dass der Schlafsack im Temperaturbereich um 20°F liegen soll, was ca. -7°C entspricht.

Auch beim Schlafsack muss man beachten, wenn man Seitenschläfer ist. Im Rücken sind ggf. weniger Daunen, weil der Schlafsack evtl. für Rückenschläfer ausgelegt ist. Je nach Herstellerfirma kann man diesem Umstand mit einem sogenannten Overfill entgegenwirken. D.h. man kann den Schlafsack quasi konfigurieren und bekommt eine Individualanfertigung.

Als Dämmaterial bei Ultraleicht Schlafsäcken kommen ausschließlich hochwerte Gänsedaunen zum Einsatz (900er Qualität).

Bei Materialien mit Daunen sollten möglichst behandelte Daunen zum Einsatz kommen, die Feuchtigkeit nicht direkt aufnehmen (hydrophobic).

Hygiene:

Wie ihr seht gibt es auf dem Trail kein Waschzeug, Deo, Shampoo. Dafür gibt es mehrere Gründe. Man sollte die Natur nicht verschmutzen und man muss das wenige vorhandene Wasser ja auch trinken, sollte also selber Interesse daran haben es nicht zu verdrecken. Weiterhin wären derartige Sachen zu schwer und letztlich bringt das eh alles nichts, wenn man sich nur mit einer Katzenwäsche waschen kann. Geduscht wird also in Hostels, Campingplätzen, bei Freiwilligen Helfern (Trail Angels) usw.

Der Azblaster ist eine alternative zum Toilettenpapier. Damit sprüht man sich einfach Wasser in den Hintern um ihn zu reinigen. Das ist für uns in Deutschland ungewohnt aber in anderen Teilen der Welt vollkommen normal. Man kann natürlich auch Toilettenpapier nehmen aber im Sinne von “Leave no trace” sollte man das auch wieder mitnehmen zum nächsten Mülleimer und der kann etwas weiter weg sein.

Die kleine Schaufel benötigt man um seinen Stuhlgang zu verbuddeln. Bzw. man buddelt vorher ein Loch ca. 13cm tief und dann geht man auf die Toilette. Möglichst nicht auf dem Trail, wenn man nicht exhibitionistisch veranlagt ist. ^^ Ernsthaft: Man sollte sich mindestens 30 oder 40m vom Trail oder Zelten entfernen. Von Wasserquellen sollte der Abstand noch mal deutlich größer sein.

Schuhe:

Altra Lone Peak 3.5

Die meisten Hiker wandern heute mit leichten Trailrunnern, die zwar nur einige hundert km halten aber eben leicht sind, weniger zu Blasen führen aber auch keine Schutz für die Gelenke bieten. D.h. besonders anfangs, wenn man untrainiert ist, muss man vorsichtiger sein beim Auftreten. Wenn man heftiger umknickt ist der Hike entweder verzögert oder vorbei.

Salomon Speecross 4 Wide

Zu den von mir oben eingesetzten Schuhen gibt es diverse alternativen z.B.
Altra Lone Peak (sehr beliebt und ziemlich breit – die fühlen sich neu schon so an wie andere Schuhe nach x Jahren – mein Fall sind sie nicht), Saucony Peregrine 4, Salomon Speedcross 4 (Wide – Steifer aber besser gepolstert als z.B. Bushido und sehr hohes Stollenprofil), La Sportiva Bushido (sitzen wie eine 1, sind aber relativ weich und man spürt Unebenheiten recht deutlich), La Sportiva Akyra (vergleichbar Speedcross)  usw.

Wichtig ist, dass diese Schuhe leicht sind, schnell trocken und aus dem Grund i.d.R. auch keine Goretex oder andere wasserdichten Materialien genutzt werden. Der Hintergrund ist, dass Goretex die Feuchtigkeit zwar draußen hält, aber wenn sie mal im Schuh drin ist eben auch drinnen hält. Somit sind Goretex Schuhe nicht so Atmungsaktiv und wenn die Schuhe mal von innen nass sind (was sich an Regentagen eh nicht vermeiden lässt oder bei Flussquerungen, dann bleiben sie auch nass).

Wenn man vorher nur Goretex Schuhe gewohnt ist (wich ich z.B.), dann ist es aber sehr ungewohnt, wenn der Wind durch den Schuh weht. Für unser Wetter hier in Deutsch

La Sportiva Bushido

Weiterhin sollten die Schuhe beim Ausrüster vor Ort neu zu beschaffen sein, weil man auf dem Trail mehre Paare verschleißen wird und vermutlich wenig Lust hat auf dem Trail rauszufinden, wenn die Schuhe nichts taugen.

Es gibt auch Unterschiede bzgl. dem Drop also der unterschiedlichen Höhe zwischen Ferse und Zehen. Dem natürlichen laufen kommt ein Drop von 0 nahe (z.B. bei den Altras). Ein Drop von bis zu 10mm ist aber auch nicht ungewöhnlich. Letztlich ist das eine Geschmacksfrage. Besser oder schlechter gibt es in dem Sinne nicht.

Welche Schuhe habe ich getestet:

  • La Sportiva Bushido – Passt wie angegossen – gutes Profil – man spürt aber Steine und unebenheiten, mittlerer Drop mit 6mm
  • Salomon Speedcross 4 – Ist mir zu schmal, relativ steif aber stärker gepolstert als z.B. der Bushido, sehr hohes Profil, hoher Drop mit 10mm
  • Salomon Speedcross 4 Wide – Für mich angenehmer als die Standardversion, hoher Drop

Beide vorgenannten Schuhe werden von Hikern eingesetzt und sind in den USA zu beziehen.

Rucksack:

Zpacks™ Arc Haul

Beim Rucksack kommt es auf eine Mischung von leicht, möglichst wasserdicht und gut geeignet für größere Gewichte bis annähernd 20kg und genügend Volumen um alles unterzubringen an.

Wenn man 7kg Basisgewicht hat und z.B. Nahrung für 6 Tage benötigt (ca. 1kg pro Tag) und zusätzlich noch Wasser (Menge je nachdem wann die nächste Wasserquelle kommt zwischen 2 und 6 Liter). Dann hat man ein Gewicht von 10-18kg auf dem Rücken bzw. Hüften. Der Hauptteil liegt aber auf den Hüften, wenn der Rucksack richtig eingestellt ist und passt.

Eine etwas leichtere Alternative zu o.g. Rucksack ist diese (aber da passt auch weniger rein und er wird bei viel Gewicht angeblich unbequemer und soll auch nicht ganz so robust sein wie der andere):

Zpacks Arc Blast Backpack (55l)595325
Mikrospikes / Eisaxt / Crampons

In der Sierra läuft man teilweise auf bis über 4000m hoch. Dort gibt es je nach Schneejahr selbst im Juni oder Juli noch Schnee. Die Eisaxt dient dabei dafür sich sichere Tritte zu erarbeiten, wenn es anders nicht geht und noch viel mehr ein Abrutschen zu bremsen. Es gibt einige Pässe sehr lange nichts kommt, wenn man dort abrutscht und nicht früh genug stoppen kann.

Mikrospikes

Die Mikrospikes sind so eine Art Schneeketten für Schuhe, die es auch ermöglich auf Eis halbwegs sicher zu laufen. Wenn die Verhältnisse aber heftiger werden stoßen sie an ihre Grenzen. Mikrospikes können aber auch von Anfängern problemlos genutzt werden. In Norwegen war ich damit auch schon unterwegs und recht begeistert davon.

Crampon

Crampons sind eine andere Hausnummer und für eher stärker alpine Verhältnisse. Also mehr Schnee und starke Steigungen. Der Umgang mit Crampons muss genauso wie mit einer Eisaxt trainiert werden. Bei Stürzen kann man sich mit Crampons auch leicht verletzen.

Je nach Schneeverhältnissen sind jeweils die Crampons oder die Mikrospikes besser. Beispiel für Crampons als Alternative zu den Mikrospikes:

Kahtoola K•10 Hiking Crampons608100
Bekleidung:

Bei der Bekleidung kommt es darauf an, dass diese möglichst leicht ist, Feuchtigkeit schnell abführt und trotzdem ein gewisse Wärme aufweist. Die Kleidungsstücke sollten nicht doppelt vorhanden sein (ein Stück muss bis zur nächsten Waschmöglichkeit reichen). Die Kleidung besteht heute oft aus Kunstfasern, Merinowolle oder einem Mix aus beidem. Diese Kombination trocknet schnell und führt Schweiß vom Körper ab.

Oft sollen die Kleidungsstücke lt. Werbung geruchsabweisend sein. Anti Insekten Kleidung kann auch nicht schaden. Zusätzlich benötigt man auch Anti Mückenmittel zum einreiben (im Prinzip ist das Gift). Wegen der Mückenplage hilft es auch ein Kopfnetz zu besitzen. Die Zelte haben i.d.R. einen Mückennetz, dass geschlossen werden kann. Somit hat man quasi ein Zelt im Zelt, dass komplett gegen Insekten geschützt ist.

Wie man es aus anderen Bereichen kennt ist die Bekleidung so ausgelegt, dass man die Schichten bei Bedarf kombinieren kann.

Die letzten paar Gramm Gewichtsersparnis können ganz schön teuer werden, wie ihr oben in der Tabelle an einigen Teilen seht.

Wasseraufbereitung:

Es wird empfohlen, das Wasser zu reinigen, weil man sich sonst unschöne Erkrankungen einfangen kann, die den Trail i.d.R. beenden, weil man dadurch einige Zeit verlieren kann.

Es gibt zwei Verfahren. Das erste Verfahren ist Filtern (dabei hat sich das o.g. Filtersystem auf dem PCT durchgesetzt, weil das Wasser dreckig in die Flasche kann und der Filter einfach auf die Flasche geschraubt wird). Man trinkt also direkt aus dem Filter. Der einzige Nachteil ist, dass der Filter nie Temperaturen von unter 0°C ausgesetzt werden darf. Dann funktioniert es nicht mehr. D.h. bei Minusgraden muss der Filter mit in den Schlafsack.

Bei anderen Filtersystemen muss man relativ viel Zeit damit verbringen das Wasser von einem Gefäß mit dreckigem Wasser in ein Gefäß mit sauberen Wasser zu bringen. Der Filter wird also zwischen den Behältnissen eingesetzt. Das System ist dafür ausgelegt, dass man das eine Behältnis z.B. an einen Baum oder Strauch hängt. Das ist ein Filtersystem was oft am Appalachian Trail eingesetzt wird, weil es dort überall Bäume und Sträucher gibt und mehr Wasserquellen als in einigen Sektionen des PCT.

Die chemische Reinigung hat den Nachteil, dass sie geschmacklich nicht toll ist und man 30-120 Minuten warten muss, bis das Wasser trinkbar ist.

Auf dem Bild sehr ihr übrigens über 100€. Sollte man nicht meinen, oder? Aber andererseits sind die Teile zwingend überlebensnotwendig. Dafür ist es dann wieder wenig, oder?

Kurz zur Erklärung. Ihr seht dort Teile von zwei Firmen, Sawyer und Platypus haben beide Filtersysteme im Angebot. Platypus setzt aber auf das Konzept von zwei Behältern. Das Wasser wird dabei immer in einen Dreckwasserbehälter gefüllt und dann in einen Sauberen rein gefiltert.

Sawyer setzt darauf, dass der Filter direkt auf die Flasche aufgesetzt wird. Das Waasser wird also direkt gereinigt. Das ist bei Wasserschläuchen / -säcken aber nicht so praktisch. Dafür bietet sich dann ein Inlinefilter an. Also ein Schlauch vom Sack zum Mund mit dem Filter dazwischen. Der Schlauch und die beiden Wassersäcke sind von Platypus. Der Filter und die Adapter von Sawyer.

Das was ihr dort seht ist so nicht vorgesehen. Der Schlauch ist nur für den Anschluss an sauberes Wasser und ohne Inlinefilter gedacht. Ich habe den Schlauch einfach durchgeschnitten und dann die Inlineadapter von Sawyer integriert. Ihr seht dort also quasi MacGyver für Anfänger.

Das ist übrigens nicht der Saywer mini, sondern die Standardausführung. Der Mini ist zwar etwas leichter, bietet aber nur 1/4 des Durchflusses des großen und verstopft auch viel schneller. Die meisten PCT Hiker starten mit dem Mini und wechseln dann auf den großen.

Bei dem Inlinesystem werden einfach die Wassersäcke mit dem Filter verbunden. Bei dem direkten System mit stabilen PET Flaschen kann man den Filter direkt auf die Flasche setzen. Hier mal am Beispiel mit dem Wassersack, was man normalerweise so nicht macht, weil es unpraktisch ist.

Wenn man dazu noch zwei PET Flaschen oder Smart Water Bottles mit je 1 oder 1,5L nimmt, dann hat man die komplette Wasserversorgung für den Trail, die dann aus 2-6l besteht.

Essen / Kochen:

MSR Pocket Rocket 2

Vielleicht erstelle ich noch einen Beitrag zum Thema Resupply und oder Essen. Gegessen wird auf dem Trail alles was schnell zubereitet ist und viel Kalorien hat. Das können Fertiggerichte mit Reis, Nudeln, Couscous, Pasta usw. sein. Auch Gebäck, Chips, Nüsse, getrocknete Früchte, Schokoriegel, Müsliriegel, Nutella, Ernusbutter. Einige Hiker kochen nicht und nehmen nur Nahrung mit, die sie nicht erwärmen müssen. Gewicht spart das am Ende aber nicht wirklich.

Evernew Ti Ultralight Pot 0,9L

Die Kunst ist es mit möglichst wenig Brennstoff das Gericht in einen essbaren Zustand zu bringen. Auch beim Kochen gibt es natürlich verschiedene Varianten. Kocher die mit Alkohol betreiben werden mit Gas oder mit Holz. Alkohol ist aufgrund der Gefahr von Waldbränden entlang des PCT teilweise verboten. Holz macht nicht viel Sinn, weil man a) nicht überall Holz findet, b) nicht überall Feuer machen darf und c) das holz auch nicht sehr ergiebig ist. Das sind halt keine Eichen, die da Wachsen. Somit ist ein Gaskocher die sinnvollste Variante.

Elektronik:

Das Thema ist so universell, wie jeder Hiker. Einige nehmen eine Kamera mit, andere nur das Handy (das nimmt jeder mit, allein schon wegen der Karten und GPS). Einige nehmen einen Satellitennotsender mit (je nach Gerät eignen sich diese auch für die Navigation oder zum Versand von Mails).

Garmin inReach Explorer+

Das ist zwar ein teures “Vergnügen”, kann aber das Leben retten. Wenn man die SOS Taste drückt, wird man schnellstmöglich per Hubschrauber rausgeholt.

Zebralight Stirnlampe

Auch die Powerbanks sind bei jedem Hiker unterschiedlich. Mal 10.000 mAh, mal 20.000 mAh und mal mit Solarzelle und mal ohne. Die Solarzelle bringt einem primär in der Wüste was, wenn man den Charger oben auf dem Rucksack positioniert. Wenn man aber einen Schirm gegen die Sonne benutzt, funktioniert das auch schon wieder nicht wirklich. Auch in diesem Bereich sind generelle Empfehlungen schwierig.

Bouncebox

Das Thema gehört eigentlich nicht hier her, da es sich dabei nicht um Ausrüstung handelt, die man dabei hat. Die Bounce Box ist ein Paket oder ein Eimer, dass man ein paar hundert km voraus schickt und in dem Auffüllmaterialien / Ersatzteile und Dinge sein können, die man nicht täglich benötigt. Zum Beispiel ein Rasierapparat, Shampoo usw. Auch das ist je nach Hiker individuell und gehört eher zum Themenblock Resupply.

Warum das Ganze?

Warum leicht ist wohl relativ klar. Wenn die Frage ist warum tut man sich das an. Ich habe mal in einem Buch gelesen, dass die Leute die fragen müssen warum man einen Thru-Hike macht es nie verstehen werden. 😉

Das ist wohl sehr unterschiedlich. Einige lieben die Herausforderung und wollen einfach das Ziel erreichen.

Einige wollen Rekorde setzen und Bestmarken aufstellen oder z.B. alle drei großen amerikanischen Trails gelaufen haben (Tripple Crowner).

Einige laufen um des Laufens wegen, weil sie die Natur lieben oder weil sie gerade eine Beziehung beendet oder ihren Job verloren haben. Wobei man sich wohl nicht erhoffen kann, dass die Situation nach dem Hike besser geworden ist. Aber wie heißt es so schön: Zeit heilt Wunden

Mich persönlich würde die atemberaubende Landschaft und das Natur pur Erlebnis faszinieren und einfach mal eine Zeit lang alles hinter sich lassen und frei zu sein. Ich habe es im Studium schon geliebt mir meine Zeit frei einteilen zu können. Das geht im Arbeitsalltag oft nur sehr begrenzt.

Fazit:

Wie ihr seht ist das Thema Ausrüstung hochkomplex und sehr individuell. Jedes Gramm was man einspart erleichtert den Weg aber senkt den Komfort. Dem einen ist seine Kamera wichtig, dem nächsten die Schlafklamotten oder saubere Kleidung für den Besuch von Städten. Generelle Empfehlungen gibt es nicht.

Ich hoffe ich konnte euch wenigstens ein wenig für das Thema interessieren / begeistern. Fragen können natürlich auch gern gestellt werden. Aber bitte bedenken. Ich bin den PCT noch nicht gewandert. Das ist also alles nur theoretisches Wissen. Davon habe ich unterdessen allerdings einiges. 😉

Wäre das was für euch oder eher nicht oder seit ihr eh schon Spezialisten um Ultraleichtbereich?

Den ersten Teil findet ihr hier:

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität

© Fox Searchlight Pictures

Da ich kürzlich das Buch “Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst” gelesen habe, haben mich die Hintergründe interessiert und ich habe recherchiert. Das ist mein erster Post zu dem Thema und es wird mindestens noch einer folgen.

Der Pacific Crest Trail (PCT) – was ist das?

Der PCT ist ein Trail von der mexikanischen Grenze bis kurz hinter die kanadische Grenze. Der PCT 4279km lang. Von den Wanderern die den Trail beginnen, schafft es nur ein geringer Teil ins Ziel (je nach Jahr mal mehr mal weniger 25-60% Ankunftsquote als grobe Größenordnung – das hängt ganz von den Wetterverhältnissen ab. Als Einflussfaktoren sind Hitze und trockene Wasserquellen in der Wüste, Schnee in den Sierras und in Washington zu nennen. Landschaftlich ist der Trail sehr Abwechslungsreich und bietet viele tolle Motive. Der Trail führt durch einig der schönsten Nationalparks der USA. Teilweise sieht man entlang des Trails tagelang keine Zivilisation. Der PCT ist also eine deutlich wildere Variante des Jakobswegs ohne den Pilgerhintergrund.

Fire Creek Pass on the Pacific Crest Trail. Photo by Ed Pabor.

Einstufung von Cheryls Leistung

Zuerst: Es geht hier nur um eine Einordnung auf Basis des angelesenen Wissens. Wirklich beurteilen kann man die Leistung erst, wenn man den Trail selbst gelaufen ist. Und selbst dann sind die Bedingungen nie gleich. Ich finde den Teil aber durchaus ganz interessant, weil Cheryl (meiner Meinung nach zu unrecht) teilweise sehr heftig kritisiert wird. Wenn man ihr etwas vorwerfen will, dann vielleicht, dass sie den Trail (zu) populär gemacht hat.

Im Buch legt Cheryl weniger als die Hälfte des Trails zurück. Allerdings beginnt sie im heißesten Teilstück und aufgrund ihres sehr schweren Rucksacks und den massiven Wanderschuhen ist ihre damalige Herangehensweise nicht wirklich vergleichbar mit der heutigen. Insofern muss man ihre Leistung anders einordnen, wenn man berücksichtigt, dass ihr Rucksack anfangs über 30kg gewogen hat und die Rucksäcke mit Vollbestückung heute eher halb so viel wiegen einschließlich Wasser und Nahrung.

Ganz nebenbei sei hier erwähnt dass der PCT von den zurückgelegten Höhenmetern vergleichbar mit 17! Everest Besteigungen ist. Das ist eine unglaublich hohe Hausnummer, oder?

Dazu kommt noch, dass es damals keine Smartphone Apps und Handy mit GPS gab. Cheryl ist ganz simpel mit Papierkarten gewandert was extrem schwierig werden kann, wenn man sich nur an Landmarken orientiert vor allem in Kombination mit Schnee.

Die Ausrüstung

Einige Ausrüstungsteile wurden mit Blick auf den PCT erst entwickelt – zumindest habe ich das über Tarps gelesen (eine Art Zeltdächer ohne Wand und Boden). Weiterhin wurden durch das zunehmende Interesse am Hiking die Ausrüstungsgegenstände deutlich optimiert.

Heute kommt man mit den Big 3 (Rucksack, Schlafen, Zelt) recht problemlos unter 3kg. Das Basisgewicht (Gewicht ohne Verbrauchsgegenstände wie Essen, Trinken, Gas für den Brenner und ohne das was man am Körper trägt) liegt dabei je nach Minimalismus im Bereich zwischen 5 und 8kg (einige Hiker rechnen sich das Basisgewicht auch schön, in dem z.B. die Kamera als “am Körper getragen” auslegen). Faktisch bringt das zwar auf dem Papier was aber tragen muss man das Gewicht eh.

Dazu kommen dann je nach Strecke noch mehrere Liter Wasser und einige kg Verpflegung dazu. Man liegt also in der Regel irgendwo zwischen 10 und 15kg Gewicht zu tragen – in Einzelfällen kann es sogar mal tageweise auch an die 20kg gehen. Das ist eine ganze Menge, wenn man damit im Schnitt auch noch ca. 30km pro Tag laufen muss. 30km pro Tag sind sogar ohne Gepäck nicht ohne, wenn man das nicht nur an einzelnen Tagen macht.

Dabei müssen durchaus viele Entscheidungen bei der Wahl der Ausrüstung getroffen werden: Will man in einem geschlossenen Zelt schlafen, nur einen Schutz von oben haben (Tarp – Zeltdach ohne Wände und Boden) oder schlicht nur im Schlafsack auf dem Boden schlafen (Cowboycamping mit einem Bivy – das ist ein Wetterschutzsack um den Schlafsack)? Will man eine Luftmatratze (die ist recht empfindlich) oder eine Matte (unbequemer aber robuster)? Will man kochen oder nicht? Zieht man lieber Trailrunner (leicht, hoher Verschleiß und schnelltrocknend) oder Wanderschuhe (stabil, schwer und gute Knöchelstabilisierung) an? Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Ich habe mich recht detailliert mit der Ausrüstungsthematik auseinander gesetzt und interessehalber ein eigenen Setup zusammengestellt. Ich wollte wissen auf welches Gewicht ich kommen würde, wenn ich mir selbst eine Ausrüstung zusammenstelle und auch ein Gefühl dafür bekommen, ob ich mir eine derartige Tour vorstellen kann.

Ich bin im üblichen Rahmen von ca. 7kg gelandet. Es geht leichter aber auch schwerer. Dabei muss man sich immer gewaltig am Riemen reißen. Einerseits darf man nicht so viel raus schmeißen, dass man zu ernsthafte Einschränkungen auf dem Trail hat. Andererseits bringt einen der Reserve / Sicherheitsgedanke ganz Schnell in Gewichtsregionen, die nicht gut sind. In Sofern hört loslassen zu der Trailerfahrung dazu. Man braucht nicht alles doppelt und bei vielen Fragen lässt sich die Frage, ob man auch mal drei Tage ohne auskommt ganz leicht mit ja beantworten.

Cheryls Ausrüstung war also viel zu schwer und sie hatte sehr viel unnützes Zeug dabei. Aber den Fehler kann man heute auch noch leicht machen, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß.

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Die Kosten

Bei einigen Gegenständen (Daunenjacke, Zelt, Rucksack, Schlafsack) können die letzten paar Gramm auch sehr ins Geld gehen und den Preis verdoppeln. Die Ausrüstung liegt je nachdem was man schon hat irgendwo im Bereich zwischen 0 und 5000 Euro. Das kommt ganz drauf an wie sehr man auf Markenware und High Tech setzt oder auf günstige Sachen.

Dazu kommen dann die Lebenshaltungskosten auf dem Trail und die ein oder andere Übernachtung + Reiseversicherung und Visum 150€ + Flug und natürlich die Kosten zu Hause. Die Kunst liegt also darin die Kosten zu Hause zu minimieren. Die sind in kürzester Zeit locker teurer als die Kosten für den gesamten Trail! Für Amerikaner ist das ganze natürlich günstiger. Für den gesamten Trail liegen die Kosten irgendwo zwischen 2000 und 8000€. Der Schnitt liegt wohl irgendwo um 4000 oder 5000€.

Nicht umsonst gilt aber der Spruch “Hike your own hike”. Man kann noch so viel lesen was andere Leute wie machen. Das muss für einen selbst aber nicht richtig sein. Was für einen selbst gut und richtig ist, muss jeder für sich rausfinden.

Cheryl hat den Trail mit verhältnismäßig wenig Geld angegangen und war danach vollkommen Pleite. Da sie den Trail nicht komplett gelaufen ist, ist das also durchaus so machbar.

Im zweiten Post werde ich noch einiges zum Thema Ausrüstung berichten.

Gestern vs. heute

Als Cheryl den Trail gelaufen ist, war der Trail noch extrem wenig frequentiert. Dafür ist sie damals sogar recht vielen Leuten begegnet.

Das hat sich heute deutlich geändert (durch Film, Buch und leichtere Materialien und GPS). Heute sind so viele Hiker unterwegs, dass es an vielen Zeltplätzen schon schwierig ist noch einen Platz zu bekommen.

Vollkommen überlaufen ist der Trail nur deswegen nicht, weil die Permits (die benötigt man, um den PCT laufen zu dürfen) sehr limitiert sind. Pro Jahr werden nur 50 Permits pro Tag ausgegeben (für den Start im Süden nach Norden – das ist die von den meisten Hikern bevorzugte Route). Wenn man zusätzlich den recht eingeschränkten Startkorridier um Ende April berücksichtigt, die Zahl der Leute, die eine offizielle PCT Thru-Hike Erlaubnis haben überschaubar. Nach allem was ich bisher so gelesen habe, vermute ich aber, dass viele auch ohne Permit auf dem Trail sind. Es wird halt nicht wirklich kontrolliert, wenn aber doch wird es ziemlich teuer, wenn man kein Permit hat.

Der optimale Startzeitpunkt liegt im Bereich um Ende April. Früher starten macht i.d.R. keinen Sinn, weil dann die Sierras wegen Schnee nicht durchquerbar sind (dort sollte man Mitte Juni ankommen und hoffentlich ein schneearmes Jahr haben – ansonsten klappt es selbst im Juni nicht). Wenn man später loszieht, dann hat man schon Schnee im Endteil des Tracks. Am Ende des Trails kommt man irgendwo im Bereich September an. Wenn man Pech hat und das ist nicht so selten, sind die Sierras nicht passierbar, wenn man keine entsprechende Schnee / Eiserfahrung hat. Das ist Cheryl im Buch auch so gegangen und bereitet sehr vielen Hikern auch heute noch Probleme.

Gesundheit und Hygiene

Cheryl beschreibt im Buch, dass sie Zehennägel wegen zu kleiner Schuhe verliert. Das ist normal und entspricht auch heute noch der Realität. Das heißt nicht, dass es jedem passiert aber selten ist es auch nicht.

Die extremen Blasen, die Cheryl sind gelaufen hat, treten nicht bei jedem auf. Einige Leute haben mehr Probleme, andere weniger. Das wird wohl mit verschiedenen Umständen zusammenhängen. Wie gut passen die Schuhe? Was für Socken hat man und wie starkt neigt man dazu Blasen zu bekommen. In schweren Schuhen ist die Gefahr wohl größer, dass man sich Blasen läuft. Dafür sind die Gelenke besser geschützt und die Schuhe halten länger. Wenn man sich etwas bricht, ist der Trail auch zu Ende.

Die Verletzungen, die Cheryl durch den Rucksack hatte treten so wohl heute nicht mehr auf. Ich habe Bilder von Hikern gesehen, die eine leichte Rötung hatten dort wo der Bauch bzw. Hüftgurt aufliegt und die das schon als problematisch gesehen haben. Insofern stellt das wohl heute eher die Ausnahme dar und zeigt eher, dass der Rucksack nicht passt oder falsch eingestellt ist.

Mit der Hygiene auf dem Trail sieht es nicht so doll aus. Man duscht sich nur alle paar Tage und Waschen kann man sich zwischendurch auch nicht groß. Seife ist erstens schwer und zweitens sind viele Mittel alles andere als biologisch und somit ungeeignet für den Trail. Zumal man als Hiker das Wasser auch trinkt. Es liegt also im eigenen Interesse es sauber zu halten.

Nicht umsonst heißt es “Hikertrash”. Man stinkt schlicht und ergreifend und wird somit auch gerne mal mit Obdachlosen verwechselt. Gerade Jungs haben es oft auch schwer vom Trail in die umliegenden Orte mitgenommen zu werden. Es kommt des öfteren vor, dass man vom Trail in Städte Trampen muss.

Für den Stuhlgang buddelt man sich ein Loch (ca. 15cm Tief), das man später wieder zubuddelt. Das benutzt Toilettenpapier nimmt man im Optimalfall wieder mit. Wobei sich daran die Geister scheiden. Einige Hiker machen das (Leave No Trace), andere nicht. Es gibt auch welche die sich mit ein kleinen Sprühflasche mit Wasser helfen – was sicherlich nicht die schlechteste Variante ist, wenn man den Dreh mal raus hat. Daraus entstehen dann aber andere Probleme – a) man benötigt mehr Wasser und b) der Hintern ist ständig feucht was schnell zu Hautreizungen oder Entzündungen führt.

Fakt ist, dass man entlang des Trails teilweise recht viel Müll und auch Toilettenpapier findet (gerade an Campingplätzen oder im Startbereich des Trails) und das ist alles andere als toll. Das versaut einem den schönsten Naturtrip. Insofern sollte man sich an die Regel mit dem Loch für das große Geschäft halten.

© Fox Searchlight Pictures

Fragen zum PCT:

  • Was isst man auf so einem Trail? Im Prinzip ganz normale Sachen. Wichtig ist, dass sie ein paar Tage ohne Kühlung halten (z.B. abgepackter Käse, abgepackte Wurst, Trockennahrung wie getrocknetes Fleisch, Tütennahrung, Chips, Donuts usw). Gekocht werden kann nur was sehr schnell fertig ist – also zum Beispiel Fertignudeln aus der Tüte, Kartoffelpüree aus der Tüte usw. Wichtig ist, dass man sich klar machen muss, dass man auf dem Trail um 5000-6000 Kalorien pro Tag benötigt. Das heißt man kann und muss quasi jede Kalorienbombe mitnehmen, die sich bietet. Das sind somit oft auch Dinge, die man im normalen Alltag als ungesund einstuft. Aufgrund der Kombinatorik von leicht, kompakt, kalorienreich und schnell in der Zubereitung ist die Auswahl dann doch recht eingeschränkt. Sobald die Hiker auch nur in die nähe einer Stadt kommen, haben sie Hunger auf Burger, Cola und alles was ungesund ist und auf dem Trail nicht konsumiert werden kann. Teilweise sogar auf Dinge, die sie sonst höchstens  ausnahmsweise essen oder trinken.
  • Was sind Trail Angel? Freiwillige Helfer, die Hiker transportieren, sie mit Wasser / Essen versorgen, Unterkunft gewähren usw.
  • Was ist Trail Magic? Ein Trail Angel tut einem etwas Gutes. Das können Essen oder Getränke sein die bereitgestellt werden. Es kann auch sein, dass man von jemanden mitgenommen wird oder auch dass man bei jemanden übernachten darf. Magie halt.
  • Was ist eine Hiker Box? Eine Box in der Hiker Dinge zurücklassen, die sie nicht mehr benötigen und sie jeder andere Hiker mitnehmen darf. Es passiert sehr häufig, dass Dinge an derartigen Boxen zurückgelassen werden. Sei es weil Gewicht gespart werden soll, weil man meint man benötigt die Dinge nicht mehr oder bei Schuhen z.B. weil sie nicht passen (man benötigt gerade auf dem ersten Teil des Trails größere Schuhe, weil diese anschwellen)
  • Welche Permits benötigt man? Das Permit für den Trail selbst was sehr begehrt und ruck zuck weg ist. Die Seiten sind i.d.R. sofort überlastet, wenn die Permits vergeben werden. Das ist ähnlich einer Konzertticketbuchung. Permits für den PCT werden nur 2x im Jahr ausgegeben (aktuell November und Januar). Wenn man den Trail bis zum Ende wandern will (das offizielle Ende des Trails ist der Abschlussstein in den USA aber es wurde eine Verbindung nach Kanada rein geschaffen, die an einen anderen Trail anbindet), benötigt man ein Permit für die Einreise nach Kanada. Weitere Permits für das Campen in speziellen Regionen des Trails sind optional. Die Permits sind limitiert (siehe auch weiter oben).
  • Welchen Tieren begegnet man? Schwarzbären, Klapperschlangen und Moskitos ohne Ende (letztere wären für mich wohl die größte Herausforderung) und natürlich zig anderen aber das sind zumindest die nervigsten. Zu den Moskitos gesellen sich teilweise auch noch Fliegen, die einem in jede Körperöffnung fliegen. Dazu kommen auch noch andere Tiere, denen man nicht unbedingt begegnen möchte, wie zum Beispiel Zecken, Skorpione (die aber in der Region offenbar nicht so gefährlich sind, aber der Stich verursacht offenbar extreme Schmerzen). In der Regel werden Hiker nicht von Bären oder Klapperschlangen verletzt. Wenn einen eine Klapperschlange beißt, dann braucht man sofort einen Hubschrauber ins nächste Krankenhaus (je nach Sorte der Schlange bzw. deren Alter – junge Schlangen können ihren Giftausstoß nicht kontrollieren und hauen alles raus). Wenn einen ein Bär erwischt (die sollte man vorher vertreiben und das funktioniert in der Regel gut), dann hat man ein echtes Problem.
  • Was passiert, wenn man sich verletzt? Der PCT ist nicht ungefährlich. Man kann stürzen (besonders in den Sierras in Kombination mit Eisflächen) oder auch in reißenden Flüssen kann es schnell lebensgefährlich werden, besonders wenn man allein unterwegs ist. Es gibt GPS Geräte, mit denen man im Falle des Falles einen Hubschrauber rufen kann. Viele Hiker haben solche Geräte. Die helfen aber auch nur, wenn man noch in der Lage ist den Notruf abzusetzen. Es sterben auch Leute auf dem PCT – z.B. auch an Dehydrierung / Unterkühlung. Es ist nicht selten, dass Hiker ausgeflogen werden.
  • Was ist eine Bounce Box? Auf dem PCT gibt es Strecken wo es mehrere Tage keinen Ort und somit auch keine Nahrung gibt. In einigen Orten gibt es auch kaum Geschäfte. Dazu kommt, dass man manche Sachen zwar ab und zu oder nur in geringeren Mengen benötigt als sie normalerweise abgepackt sind (z.B. einen Rasierer – nicht benötigt, Shampoo – nicht benötigt, Große Tube Sonnencreme – zu groß, große Pulle Desinfektionsgel – zu groß, Große Tube Zahnpasta – zu schwer usw.) aber zum mitschleppen sind die einfach zu schwer. Manche Sachen muss man auch nur auf Teilabschnitten haben wie z.B. einen 1kg schweren Essensbehälter, der sicher gegen Bären geschützt ist. In den Sierras benötigt man mindestens Mikroeisspikes. In der Wüste ist ein spezieller sonnenreflektierender Schirm hilfreich und spätestens im zweiten Teil des Trails Regenklamotten. Nach dem ersten drittel benötigt man ein Moskitonetz um den Kopf und auch Moskitospray. Man kann bei der amerikanischen Post eine Art Flatrate abschließen und sich einen Eimer oder eine Kiste immer wieder an Orte schicken wo man noch hinwandert. Die Minimalentfernung damit man auf sein Paket nicht warten muss liegt wohl im Bereich von 5 Tagen (das kommt aber sehr drauf an wo man sich befindet – es kann auch mal deutlich länger dauern bis die Box ankommt). Mehr als 15 Tage sollte man es auch nicht vorausschicken, weil die Box nur 2 Wochen aufbewahrt wird (an einigen Stellen auch bis 4 Wochen). Als US-Amerikaner kann man auch einfach Freunde bitten einem Pakete zu schicken aber als Europäer macht das wenig Sinn.
  • Wie steht es mit Internet und der Erreichbarkeit? In einem Wort: Schlecht. Alle paar Tage ist man mal in kleinen Orten, in denen es freies Internet gibt aber die meiste Zeit ist man nicht erreichbar und hat auch keinen Internetzugang. Es gibt Satellitenkommunikationsgeräte, die sowohl die Position übertragen als auch den Versand von SMS ermöglichen.
  • Nimmt man auf dem Trail ab? Pauschal lässt sich das nicht sagen aber wenn was zum Abnehmen vorhanden ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß. 15kg sind keine Seltenheit. Das hängt aber auch davon ab wie gut man Essen verwertet. Schlechte Essensverwerter werden wohl eher abnehmen.
  • Was ist das Basisgewicht? Das Gewicht des Rucksacks ohne Essen, Wasser und Treibstoff für den Kocher und allem was man direkt am Körper trägt. Über das Thema kann man Romane schreiben. Es geht immer darum möglichst wenig Basisgewicht zu schleppen aber anderseits auch so viel mitzunehmen, dass man zurecht kommt. Da das Basisgewicht durch die Einschränkungen (nichts was am Körper getragen wird und keine Verbrauchsgüter) etwas schwammig definiert ist, rechnen sich das einige Hiker gerne schön und protzen dann damit rum.
  • Was ist ein Zero / Nero? Ein Tag ohne bzw. ein Tag mit wenig zurückgelegten Kilometern auf dem Trail. Quasi vergleichbar mit einem Wochenende, nur das es auf dem Trail viel seltener vorkommt.
  • Wie lange dauert es den PCT zu hiken? Normal sind 140-160 Tage. Der Rekord liegt um 60 Tage. Die 60 Tage sind aber unter unrealistischen Bedingungen entstanden, weil die Personen von außerhalb mit Getränken und Lebensmitteln versorgt wurden. Die brauchten sich also um Themen wie resupply und Trampen nicht kümmern. Das soll die sportliche und mentale Leistung nicht schmälern aber ich finde man sollte den Trail auch genießen.
  • Was ist Resupply? Das Auffüllen der Vorräte. Die Nahrungsmittel, die man mit sich trägt sind begrenzt und bedeuten viel Gewicht, desto mehr man dabei hat. D.h. desto weiter man ohne Resupply laufen will, desto mehr muss man mitschleppen. Viele Dinge halten sich bei den teilweise sehr hohen Temperaturen auch nur sehr begrenzt. Resupply ist teilweise sehr aufwendig, weil die Städte nicht immer am Treil liegen. Man auch manchmal 10km trampen, um in die Stadt zu kommen. Wenn man stinkt und wie ein Landstreicher aussieht vergrößert das gerade als Mann aber die Chancen nicht gerade mitgenommen zu werden (ich würde sogar sagen, die sind dann unterirdisch schlecht). Wobei man sich ja auch einfach ein Taxi bestellen könnte, wenn es sowas in den Kleinstädten gibt. Das ist zwar Hiker untypisch, aber bevor man stundenlang rumsteht. Das mit dem Taxi geht natürlich nur, wenn ein Handynetz verfügbar ist.
  • Was ist ein Tripple Crowner? Neben dem PCT gibt es in den USA noch zwei richtig große Trails. Der Appalachian Trail (ca. 3500km), der auf der Ostseite der USA liegt und den Central Deviding Trail (ca. 5000km), der in einigen Aspekten noch anspruchsvoller als der PCT ist. Zuerst ist er länger, er geht durch Grizzly Gebiet und er ist am schlechtesten ausgezeichnet. Wer alle drei gelaufen ist, darf sich tripple crowner nennen.

Weiterführende Links:

  • Deutschprachiger Blog zu einem Thru-Hike des PCT von der Planung bis zum Ende:
    https://sommersprossegoeswest.com/2017/01/
  • Englischsprachige Site zum PCT (Dixie hat sowohl den Appalachian Trail als auch den PCT gelaufen und läuft aktuell den Central Dividing Trail):
    http://homemadewanderlust.com/
  • Bei Dixie sind aber die Videos viel Interessanter als die Seite:
    https://www.youtube.com/channel/UCQhqmV26773qZhzqJz4VFcw
    Ich muss euch allerdings ein wenig vorwarnen. Ich finde sie sehr sympatisch aber die “arme Hikerin” kaufe ich ihr nicht so ganz ab. Wenn ich das in den Videos richtig verstanden habe, dann hat sie studiert und kurz danach mit dem Hiken angefangen (in den USA hat man nach dem Studium normalerweise recht hohe Schulden). Sie hat ein eigenes Haus und wenn man sich so die Abozahlen / Views / professionell organisiertes Sponsoring über Abomodelle mit Gegenleistung / Spendenwunschlisten und ihr Equipment anschaut (z.B. die mitgeführte Drohne), dann muss man wohl eher schon einer Berufshikerin sprechen. Davon abgesehen finde ich ihre Videos aber sehr cool. 😉
  • Ein paar Statistiken:
    https://www.halfwayanywhere.com/trails/pacific-crest-trail/pct-thru-hiker-survey-2017/
  • Offizielle Seite zum PCT:
    https://www.pcta.org/

Ihr findet massenhaft Seiten zu dem Thema mit Ausrüstungslisten, Tipps zur Ausrüstung, Ausrüstungslisten, Berichten usw.

Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ich kann natürlich aktuell nur die Theorie beantworten. Es gibt aber zig Blogs von Leuten, die den PCT oder andere Teils gelaufen sind und die auch Praxistipps geben können. Aber Achtung: Ihr bekommt immer mehrere Meinungen, wenn ihr mehr als eine Person fragt.

Ich hoffe für auch war das Thema auch wenigstens etwas interessant. Ich finde das Thema total spannend. 🙂

Den zweiten Teil findet ihr hier:

Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie

Leselaunen – Hitze & Thru-Hike Auszeitträume

 

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Ich hänge – für meine Verhältnisse – schon ungewöhnlich lange an Dignity Rising fest. Ich mag es eigentlich überhaupt nicht ein Buch über längere Zeit zu lesen, weil man dann einfach Details vergisst und ich dann nicht so tief in die Geschichte und die Charaktere abtauche.

Das liegt nicht daran, dass das Buch schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Mich hat aber gerade ein anderes Fieber gepackt, mit dem ich mich schon zwei Wochen rumschlage (mehr unter und sonst so).

Und dabei hätte ich gerade sogar zwei Bücher, die ich gerne kurzfristig lesen würde. Das sind Soul Systems Teil 5 und Die Geschichte von Sin und Miriam Teil 2.

  

Mal sehen wann ich dafür Zeit finde.

Momentane Lesestimmung

Gut, nur das ich gerade mehr im Netz als in Büchern lese. Dazu kommt, dass ich leider aktuell aufgrund meiner Arbeit sehr wenig Zeit habe.

Zitat der Woche:

“Never quit on a bad day” – Zitat von Thru-Hikern, das sich aber auf jeden Lebensbereich übertragen lässt

Und sonst so?

Boah ist das heiß. Aber wir dürfen und ja eigentlich nicht beschweren. Nach dem regelmäßigen “das war vermutlich schon wieder der Sommer” haben wir es vermutlich nicht anders verdient, oder?

Ihr habt euch vielleicht gefragt, wieso in den letzten Tagen so überhaupt kein Lesefortschritt mehr bei mir zu finden ist. Das hat zwei Gründe.

Der erste Grund ist, dass ich gerade verdammt viel Zeit in der Firma verbringe und kaum Freizeit habe (ja, eine Runde Mitleid bitte). Manchmal frage ich mich ja, ob nicht gleich hätte Politiker werden sollen. In der Stellenausschreibung stand nicht, dass diese Fähigkeiten sehr zuträglich oder sogar erforderlich sind.

Der Zweite Grund ist, dass mich das Buch: Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst total angefixt hat und ich einfach Interesse hatte wie es heute ist den Pacific Crest Trail zu wandern und ob das Buch ein realistisches Bild zeichnet. Der PCT ist ein knapp 4300km langer Wanderweg quer durch die schönsten Teile der Natur in den USA von Mexiko bis Kanada.

Eigentlich (so dachte ich zumindest), wollte ich nur mal ein wenig Googeln. Daraus ist dann im nächsten Schritt eine ausführliche Hintergrundrecherche geworden, weil ich so viele Fragen zu einem sogenannten Thru-Hike (vollständiger Hike des PCT) im Kopf hatte und sich aus den Antworten bzw. der Suche weitere Fragen ergeben haben. Tja, und schon war aus der Hintergrundrecherche ernsthaftes Interesse geworden.

Ich kann mir wirklich vorstellen das selber zu machen. Da ich auch gerne rumtüftele habe ich mir dann auch mal eine Ausrüstungsliste zusammengestellt, nachdem ich wirklich auf zig Blogs zu dem Thema gelesen habe. Ich bin jetzt sozusagen Experte für die Theorie, aber das ich es nicht selbst gemacht habe, natürlich auch nur das. Das sind in der Regel die schlimmsten oder? Theoretisch voll im Bild aber keine Ahnung von der Praxis. *g*

Auf jeden Fall lese ich jetzt seit knapp zwei Woche fast nur noch Blogs und Ausrüstungslisten zum PCT und aktuell ist noch kein Ende in Sicht. Ich werde in den nächsten Tagen zwei Blogeinträge zum Thema verfassen. Einen Beitrag mit etwas allgemeineren Informationen, bei dem ich das Buch und die Realität vergleiche und einen weiteren, der etwas mehr ins Detail geht. Man findet im Netz übrigens diverse Blogs, die teilweise die komplette Reise mit Tagesberichten beschreiben. Seid aber vorgewarnt. Damit kann man sich über Wochen beschäftigen, vor allem wenn man sich dann noch in das Ausrüstungsthema vertieft.

Selbst wenn ich den PCT nicht wandern sollte, so habe ich von den ganzen Blogs doch so einiges mitgenommen und gelernt. Ist doch toll, wenn man auch von seinem Zimmer irgendwo in Deutschland ein wenig die Welt entdecken kann, oder?

Und davon abgesehen ist es doch auch toll Träume zu haben. In der letzten Zeit sind mir irgendwie etwas die Ziele ausgegangen (und das ist jetzt nicht auf das Reisen bezogen).

Könnt ihr euch auch so in Themen reinsteigern? 🙂 Wäre das was für euch mal ein halbes Jahr weg von allem und quer durch die Natur mit traumhaften Kulissen aber auch mit körperlichen und Mentalen Herausforderungen, die ihr so noch nie hattet?

Passend zum Reisekontext habe ich auch einen Beitrag über zwei Segeltörns auf der Thor Heyerdahl veröffentlicht.

Gestern war ich im aktuellen Mission Impossible Film: “Mission Impossible – Fallout” (ich musste gerade erst mal nachschlagen – es ist Teil 6). Der Film hat mir ganz gut gefallen. Vielleicht schreibe ich später noch einen kleinen Bericht dazu. Das wurde aber auch mal wieder Zeit. Ich war früher leidenschaftlicher Kinogänger aber in der letzten Zeit fand ich es ziemlich mau was so lief.

Weitere Leselaunen:

Lesenacht und Urlaubsende bei Letterheart ∗ Viel Action bei unglaublicher Hitze bei Stars, stripes and books ∗ Festival Fieber bei Sarah Ricchizzi ∗ Wochentrallafitti: Leseflow und Buddyreads bei Trallafittibooks ∗ Schlimmer geht immer! bei Simones Bücherzimmer ∗ Mein erster Wochenrückblick bei Liveyourlifewithbooks ∗ Von Hitzewellen und Bergweh bei glimrende ∗ Funkstille bei Schwarzbuntgestreift ∗ mit einem unglaublich wichtigen Buch bei Nessis Bücher ∗ LESEN AM STRAND UND ANDERE HITZEMASSNAHMEN bei Reading Penguin ∗ VON GEBURTSTAGEN, ANASTASIA UND FITNESS bei Nerdahoi ∗ 72 STUNDEN LESEN UND ZURÜCK IN DER HEIMAT bei The Book Dynasty ∗ Die Hitzewelle lässt sogar die Leselust abebben bei ChaosMariechen ∗

Bilder in WordPress

Mit dem Thema Bilder in WordPress stehe ich nach wie vor noch etwas auf Kriegsfuß. Aber so langsam verstehe ich die Zusammenhänge etwas besser.

Unter “Einstellungen\Medien” lassen sich die Standardeinstellungen für Bilder festlegen. Dort könnt ihr festlegen welche Abmessungen sich hinter den Begriffen klein / mittel / groß in der Mediathek verbergen. Diese Größen werden von WordPress nicht zur Laufzeit erzeugt, sondern bei Ablage des Bildes in der Mediathek in allen genannten Größen abgelegt. Zusätzlich wird auch das Original abgelegt. Wenn ihr in den Posts oder an anderer Stelle individuelle Größen angebt, dann werden diese zur Laufzeit erzeugt (was Performance frisst).

Wenn ihr diese Voreinstellung nachträglich ändert, werden die vorhandenen Bilder in den vorher definierten Größen weder gelöscht, noch werden für die nun anderen Auflösungen neue Bilder erzeugt. Nur für anschließend in der Mediathek hinzugefügte Bilder erfolgt die Erzeugung mit den neuen Einstellungen.

Um diese Problem anzugehen kann man das Plugin Regenerate Thumbnails nutzen.

Ob ihr die vordefinierten Größen verwendet oder nicht macht einen Unterschied speziell bei externer Verwendung. Wenn man als vordefinierte Größe z.B. 300 Pixel nutzt, dann wird z.B. blogslovin auch nur diese Auflösung verwendet. Einschränkend muss ich noch erwähnen, dass das Ergebnis auch noch unterschiedlich aussieht je nachdem mit welchem Plugin ihr eure Beiträge auf den sozialen Medien teilt (einige nutzen z.B. automatisch eine bestimmte vordefinierte Bildgröße von WordPress). Da bei externer Verwendung die Bilder aber teilweise größer angezeigt werden (z.B. bei Blogslovin), kann das ziemlich hässlich aussehen, wenn die Bilder nur eine Auflösung von 250 oder 300 Pixel haben.

Follower Benachrichtungen per Mail oder per Plugin und Galerien

Per Jetpack oder per Plugin Email Subscribers werden nach Veröffentlichung automatisch Mails verschickt. Das Verhalten bzgl. der Bilder kann aber durchaus abweichen von der Darstellung auf der Webseite. WordPress.com /Jetpack hat kürzlich auf Basis eines Tickets von mir nachgebessert). Laut den letzten Tests werden individuelle Größen jetzt auch bei den Mails an Follower korrekt dargestellt

Galerien sind stand heute gerade in Follower Mails sehr problematisch. Entweder werden die Bilder überhaupt nicht dargestellt oder in der falschen Größe. der Jetpack Support arbeitet an dem Thema, hat aber aktuell keine Lösung dafür. Somit kann ich Galerien aktuell nicht guten Gewissens empfehlen, wenn ihr Möglichkeiten zum Folgen anbietet (direkt auf wordpress.com gehostete Blogs mögen anders funktionieren und das Problem nicht haben).

Generell müsst ihr euch die Frage stellen, ob ihr an die Follower überhaupt Mails mit allen Bildern versenden möchtet, oder ob ihr lieber möchtet, dass nur ein kurzer “Auszug” in der Mail erscheint. Denn eigentlich wollt ihr ja Leute auf den Blog locken und hofft, dass diese mehr als nur den einen Beitrag lesen.

Die Einstellung “Auszug” hat noch einen weiteren Effekt: Die Beiträge lassen sch extern nicht mehr vollständig anzapfen (Beispiel Blogslovin). Im Extremfall bekommt ihr die Besucher von dort nie auf eurer Homepage zu sehen.

Beides könnt ihr über “Einstellungen\Lesen\Zeige im Newsfeed” beeinflussen. Wenn man Mails mit dem vollständigen Post an Follower verschickt und gerade einen Post mit Galerie erstellen möchte, könnt ihr auf dem Weg temporär auf Auszug umstellen und somit dafür sorgen, dass kein hässliches Bilderchaos per Mail verschickt wird.

Der Nachteil bei der Variante ist: Ihr müsst vor jedem Post daran denken die richtige Einstellung für den Feed zu setzen.

Beispiel: Im Monatspost listet ihr alle Büchern in Form einer Galerie auf und versendet den Post per Mail (Einstellung: Kurzfassung). Ihr verschickt einen einzelnen Post bei dem ihr in der Mail ein Bild mitsenden möchtet (Einstellung ganzer Text).

Je nach Mailversandaddon ist das Verhalten beim Mailversand übrigens anders. Beispielsweise werden Kommentare, die per Simple Pull Quote erstellt wurden per Jetpack (Anzeige über gesamte Breite)  anders dargestellt als im Post (anzeige rechts) und per Email Subscribers (keine Anzeige) wieder anders…

DSGVO Stilblüten

Nachdem wir Blogger ja alle mit der DSGVO bereits genügend Arbeit hatten und uns oftmals trotzdem noch in einer Grauzone bewegen (ich sage nur Cookies, Gravatar, Like Button usw.) anbei etwas Spaß zu dem Thema.

DSGVO ist, wenn du plötzlich ohne eigenes Zutun aus sämtlichen Newsletter fliegst, was Dir vorher trotz eigenem Zutun nicht gelungen ist

Wir spielen gerade ein neues Trinkspiel:

Immer wenn ne E-Mail kommt mit Hinweisen zu aktualisierten Datenschutzhinweisen muss man nen Schnaps trinken

Kann mich um 18:30 jemand abholen und nach Hause tragen?

Weniger lustig: Die ersten Abmahnungen gibt es zumindest im Unternehmensumfeld auch schon.

Habt ihr die DSGVO bisher unbeschadet überstanden? 😉

 

DSGVO und so

Das Thema DSGVO hat mich als Blogger recht unverhofft getroffen. Kaum hat man mit dem Blogen so richtig begonnen, schon schlägt man sich mit solchen Themen rum. Der Vorteil war allerdings, dass ich mich bei der Auswahl der Plugins von Anfang an mit dem Thema auseinandergesetzt habe.

Guides und Kommentare, die teilweise recht widersprüchlich sind bzw. das Gesetz alle anders auslegen, gibt es im Netz unterdessen genug. Genannt sei hier zum Beispiel folgender: 170+ WordPress-Plugins im DSGVO Check.

Daher liste ich im Folgenden auf was ich im Rahmen der Anpassung “fit für DSGVO” gemacht habe.

Nur der Vollständigkeit halber: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung!

Antispam Bee

Alle Einstellungen in denen IPs verwendet werden (zum Beispiel öffentliche IP Datenbank) oder alle Funktionen bei denen privacy bzw. Datenschutzhinweise vorhanden sind habe ich deaktiviert. Im Kontext Antispam Bee wird Sicherheit gegen Datenschutz eingetauscht.

Akismet ist nach aktuellem Stand offenbar nicht zu empfehlen.

SSL

Habe ich schon seit Jahren auf meinen anderen Domains, somit war das für den Blog auch selbstverständlich. Vom Gesetz nicht gefordert, aber durchaus sinnvoll ist die Prüfung der Qualität der Absicherung. Keinem hilft eine auf veralteter Technik basierte Absicherung, die leicht angreifbar ist.

Hier kann ich folgenden Link zur Prüfung der eigenen Seite empfehlen. A oder A+ sollte das Ziel sein. Den Test sollte man regelmäßig ausführen, weil heute sichere Standards es morgen evtl. nicht mehr sind.

Für WordPress kann man zum Beispiel das Plugin Really Simple SSL nutzen

Jetpack

Auch im Kontext Jetpack tauscht man teilweise Sicherheit gegen Datenschutz.

Ich habe in Jetpack die Funktion zur Überwachung verdächtiger Anmeldeaktivitäten deaktiviert. Aktuell sieht es nicht so aus, als wenn Jetpack rechtzeitig das Update bereitstellt aber warten wir es ab.

Der aktuelle Status findet sich hier.

WP DSGVO

Das Addon WP DSGVO habe ich für die Kommentar folgen Funktion installiert, um dort eine explizite Zustimmung einzuholen (Double Opt In). Weiterhin bietet das Plugin die Möglichkeit die Löschung der persönlichen Daten anzufordern. Die Funktion kann man recht komfortabel in den Block einbinden.

Remove IP

Die IP wird durch dieses Kleine Addon direkt beim Speichern von Kommentaren gelöscht

Redirection

Selbst in diesem Addon verbirgt sich eine IP Protokollierung, die ich nun deaktiviert habe.

Shariff Wrapper

Die Sharing Funktion von einem anderen Plugin habe ich durch Shariff ersetzt. Dann werden erst nach dem Klick auf den entsprechenden Button Daten an Facebook und andere weitergegeben.

Datenschutzerklärung

Die Datenschutzerklärung muss auch aktualisiert werden. Ich habe den Generator von der Kanzlei Dr. Schwenke genutzt, da der bei Recht24 passenderweise aktuell nicht verfügbar ist und dort auf die Prämiumdienste verwiesen wird. Ansonsten habe ich mir beim Erstellen gedacht lieber ein paar Optionen zu viel aktivieren als zu wenig. Besser ich erwähne einen Dienst, der auf dem Blog (noch) nicht verwendet wird, als andersrum.

Generell sollte man wohl die DSGVO so gestalten, dass sie nicht von Robots durchsucht werden kann (robots.txt) oder WP Hide Post, damit nicht irgendwelche wütenden Abmahnanwälte automatisiert evtl. Fehler aufspüren können.

Gostery Plugin für Chrome

Damit könnt ihr sehen welche Tracking Aktivitäten auf eurem Blog so laufen. Bei mir sind das Gravatar und WordPress.com (Jetpack) – beides nicht überraschend.

Und sonst so

Das Plugin Email Subscribers & Newsletters benötigt auch einen Button, in dem der Benutzer bestätigt, dass er die Datenschutzbvereinbarung zur Kenntnis nimmt. Dafür wird dann gleich mal ein zweite Plugin benötigt was sich GDPR schimpft. Wenn man bei dem Plugin die Datenschutzvereinbarung verlinkt, dann verlangt es beim Login auf der Seite vom Benuzer direkt, dass die “Änderung der Datenschutzvereinbarung” bestätigt wird. Das hat zwar den Vorteil, dass man damit quasi alles folgende abgesegnet hat. Aber mir stellt sich schon die Frage wie die Benutzer identifiziert werden, die die Datenschutzvereinbarung abgesegnet haben. Bleibt die IP und Cookies, was doch eigentlich Böse ist. 😉 Auf jeden Fall war mir so ein Überfall auf die Webseitenbesucher dann doch zu radikal.

Gravatar und das CDN (Content delivery network – verteilte Auslieferung von Bildern zwecks Entlastung des eigenen Servers) von Jetpack habe ich bisher nicht deaktiviert. Lt. den Angaben von Jetpack werden keine IPs mitgelogt bzw. die Daten werden anonymisiert übertragen. Auf Gravatar wird in der Datenschutzvereinbarung explizit eingegangen und auch auf Like Buttons.

Cookies werden auf dem Blog nur erhoben, um den Loginprozess zu beschleunigen, wenn man es denn möchte. Es gibt keine Statistikauswertungen oder ähnliches für die Cookies als Basis genutzt werden. Allerdings speichern die Plugins wie z.B. von Lovelybooks (die wollen die Cookies in kürze ausbauen) und Blogslovin leider Cookies.

In Chrome könnt ihr unter Weitere Tools\Entwicklertools\Application sehen welche Cookies von der jeweiligen Seite gespeichert werden.

Emojis habe ich über Autoptimize verbannt, aber die funktionieren trotzdem noch, sehen aber seitdem anders aus. Offenbar kommen sie aber nun nicht mehr aus kritischer, weil datensammelnder Stelle. Weiterhin habe ich in dem Plugin die Google Fonts deaktiviert.

Ich werde jetzt mal entspannt auf den 25.05 warten und ggf. noch Plugins aktualisieren, wenn vorher noch was kommt.

Und Ihr?

Habt ihr auch einen Blog und was habt ihr so alles angestellt oder hofft ihr einfach, dass schon nichts passieren wird oder wart ihr viel radikaler als ich und habt noch mehr Komfortfunktionen entfernt? Findet ihr auch das die DSGVO vom Grundansatz zwar gut für den Datenschutz ist aber gerade für Blogger weit über das Ziel hinausschießt?

WordPress Tipps – Lessons learned, Plugins und Testwerkzeuge

Nachdem ich jetzt in den letzten Monaten einige Erfahrungen mit WordPress gesammelt habe, dachte ich mir es ist vielleicht für den einen oder anderen interessant, wenn ich darüber blogge.

Lessons learned

Es gibt so einige lesson learned aus den letzten Monaten:

  1. Weniger Plugins sind mehr (ja, das liest man überall aber es ist so verdammt schwer sich daran zu halten, weil man bei einem anderen Blogger ein tolles Feature sieht, dass man auch gerne hätte und das ist Fluch und Segen bei den WordPress Plugins – man findet fast alles aber oft sind die Plugins so fokussiert auf einen Bereich, dass man ein ganzen Sammelsurium auf dem Blog hat. Und ruck zuck hat man mehr Plugins als man je haben wollte.
  2. Ein Linux Server als Basis ist deutlich flotter als eine Windows Plattform mit Plesk (ob es an Plesk oder Windows liegt gilt es noch herauszufinden aber ich vermute an Windows). Das habe ich mit mehreren VPS-Servern bei verschiedenen Anbietern getestet.
  3. Optimierungsaddons sollte man sehr vorsichtig einsetzen. Je nach Einstellung (vor allem Java Script zusammenfassen oder optimieren) ist gefährlich. Generell gilt, man sollte nach jeder Einstellung prüfen, ob die Geschwindigkeit sinkt oder steigt und auch ob noch alles funktioniert.
  4. Bei WordPress gilt nicht WYSIWYG (what you see is what you get). Das gilt ganz besonders bei Bildern oder Galerien. Gerade wenn man mit individuellen Bildgrößen arbeitet. Ich habe es z.B. schon oft erlebt, dass ein Bild in der Entwurfsansicht in einer anderen Größe angezeigt wird als im veröffentlichten Post. Die Folgen per Mail Funktion verhält sich wiederum noch mal anders. Gleiches gilt auch für Plugins wie Zitate darstellen oder Bewertungen optisch darstellen. Es ist bei all diesen Addons nicht sichergestellt, dass in einer Follower Mail das gleiche erscheint, wie in der Post- oder Vorschauansicht. Daraus folgt, dass es ehr hilft, wenn man eine zweite Domain mit einem identischen WordPress hat, auf dem man testen kann, ohne seine Follower zuzuspammen mit hässlichen Mails, die vorher im Entwurf und als Vorschau noch ganz toll aussahen.
  5. Kümmer dich um die Suchmaschinen! Das heißt die Seite sollte schnell genug sein (siehe Google Page Speed Insights), weil man sonst im Ranging weiter unten landet. Ihr solltet über Robots.txt oder Plugins dafür sorgen, dass Inhalte nicht sichtbar sind, die nicht sichtbar sein sollen (Impressum, Eigene Adresse, Datenschutzvereinbarung). Gerade im Kontext DSGVO wird es vermutlich wieder Anwälte geben, die mit Abmahnungen ihr Geld verdienen und aufgrund begrenzten Ressourcen eines Privatbloggers werden wir uns wohl als Zielscheibe anbieten speziell bei der Datenschutzvereinbarung. Weiterhin gibt es Plugins, die die Seite auf Suchmaschinenverträglichkeit prüfen und einen unterstützen z.B. Suchbegriffe zu Beiträgen zu erstellen
  6. Vorsicht vor Addons wie Wordfence oder vergleichbar, die senken die Geschwindigkeit teilweise erheblich und sind meiner Meinung nach auch unnötig. Eine ganz normale Firewall, die eh jeder Server haben sollte reicht aus.
  7. Überlegt euch bevor ihr mit einem Blog anfangt wie eure Permalinks aussehen sollen! Die Standardeinstellungen (mit dem ? in der URL) ist nicht statisch und somit nicht geeignet für Content Delivery Networks und auch nicht für Cache Addons. D.h. entweder stellt man auf den Postnamen um oder auf eine Nummer. Was besser ist, darüber streiten sich die Geister (Stichwort Suchmaschinenoptimierung ). Ich tendiere aktuell zum Postnamen als URL, habe aber selber mit Nummern gearbeitet.
  8. Prüft mehrere Themes mit euren Beiträgen. Wenn ihr später das Theme wechseln möchtet, solltet ihr das beim Erstellen von Beiträgen im Hinterkopf haben. Was in einem Theme gut aussieht oder passt, muss im nächsten nicht funktionieren. Alle Blogbeiträge später umbauen macht keinen Spaß!
  9. Keine Umlaute in Bildern verwenden. Wenn euer Blog mal umzieht, macht das nur Ärger.
  10. Desto mehr externe Funktionen ihr verwendet, desto mehr seid ihr abhängig von externer Funktionalität (genannt sei hier zum Beispiel Gravatar (eh nicht DSGVO Konform aber schick und aus meiner Sicht auch sinnvoll, weil man so einen Blogger optisch viel leichter wiedererkennt), Lovelybooks, Jetpack, Blogslovin usw. – auch hier ist weniger mehr, auch wenn es schwerfällt

Empfehlenswerte Plugins

Man findet in Blogs recht selten Infos welche Pluggins benutzt werden oder welches Theme. Warum das so ist weiß ich nicht. Natürlich hat man Zeit investiert und möchte vielleicht auch nicht, dass jeder Blog so aussieht wie der eigene. Aber andersrum macht das dein Einstieg für Neulinge auch nicht leichter.

Ich führe im Folgenden einige Plugins auf, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:

  • Autoptimize (einige Optimierungen wie CSS, HTML zusammenfassen und Google Fonts, sowie extern geladene Emojies + Caching)
  • Antispam Bee – der Name sagt alles und zumindest ist es eher DSGVO Konform als Akismet
  • Email Subscibers & Newsletters (Newsletter, der direkt über die eigene WordPressinstallation bereitgestellt wird, ohne Einbindung in irgendwelche Netzwerke
  • Google Captcha (reCAPTCHA) – verhindern von Anmeldungen von Bots
  • Host Info (speziell wenn man den Blog umzieht sieht man direkt auf welcher Plattform man sich gerade befindet)
  • Really Simple SSL – SSL für WordPress
  • WP Mail SMTP – SMTP Mailversand. Im Prinzip kann WordPress das zwar auch alleine Mails verschicken aber die kommen in der Regel nicht an, weil viele Provider sie gleich als Spam ausfiltern
  • Yoast SEO (Suchmaschinenoptimierung)
  • Shariff Wrapper (Social Sharing Links DSGVO konform)
  • Scripts to Footer (Java Scipts erst am Schluss laden), damit der initiale Seitenaufbau nicht verzögert wird
  • Speed of light – Achtung, die Standardversion reicht vollkommen, man muss kein Geld ausgeben und vorsichtig sein bei den Einstellung speziell was Javascript angeht (weniger ist hier mehr)
  • WP DSGVO (einige DSGVO Funktionen wie Löschanfragen und Opt z.B. für Kommentare aber in dem Bereich wird sich in den nächsten Tagen / Wochen eh noch einige tun
  • Social Media Follow Buttons Bar (folge Buttons)
  • Jetpack (hier gehen aktuell die Meinungen gerade stark auseinander in wieweit das mit welchen Einstellungen DSGVO Konform ist, wenn man nur Ansatzweise an die Komforfunktionen eines WordPress.com Blogs herankommen möchte (z.B. logon von WordPress.com usern, wordpress Follow funktion), kommt man um dieses Plugin aber nicht herum
  • Remove IP (IP in Kommentaren vor dem Speichern entfernen – Pflicht für DSGVO)
  • Blogslovin Button – wie ich finde sehr coole Variante um Blogs zu folgen und auf andere Blogs aufmerksam zu werden. Allerdings bekommt sind dort auch irgendwelche Bots als Follower unterwegs
  • Collapsing Categories / Collapsing Archives – schickere und übersichtlichere Darstellung von Archiv und Kategorien
  • Universal Star Rating – Optische Symbole für Bewertungen mit 0,5er Abstufungen (Achtung, in Follower Mail erscheinen die Sterne nicht)
  • Simple Pull Quote – Zitate optisch hervorheben (funktioniert auch in follower Mails)
  • Redirection – Wenn man seine Permalinks ändert, dann gehen externe Links in leere. Um das zu vermeiden muss man jeden alten Link umleiten.
  • List URLs – siehe vorherige Punkt – Ermittlung aller Links, die umgestellt werden müssen.
  • Quotes Collection – Widget mit zufälligen Posts anzeigen
  • Mechanic Vistor Counter – Besucher anzeigen
  • Addendio Plus – Plugins Suchen
  • BB Spoiler – Aufklappbare Spoiler in Beiträge einbauen
  • WP Hide post – Posts oder Seiten verstecken vor Suchmachinen (geht auch über robots.txt)

Testwerkzeuge

für Geschwindigkeitsoptimierung:

für SSL:

Welche Plugins nutzt ihr so? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie und wo hostet ihr euren Blog und welche Vorteile oder Probleme bringt das mit sich?

Neues zu Hause für den Blog und Technikkram

Lahmender Blog

Wie ihr vielleicht gemerkt hat, hat sich am Lesestatus bei mir nichts geändert seit grob einer Woche. Ich hatte ja in der Montagsfrage bereits angedeutet, dass ich mir aus Performanzgründen gerade neue Hostingvarianten für den Blog teste. Der Blog liegt – neben weiteren Webseiten von mir (primär privater Kram wie Urlaubsbilder / Backup / Spielerei) – auf einem VPS (Virtual Private Server). Das ist ein virtueller Server. Der Unterschied zu einem dedizierten Server ist, dass auf der Hardware mehrere virtuelle Server laufen, die sich aber gegenüber dem Anwender so darstellen, als wenn sie komplett separiert wären. Das ist für den Hostinganbieter flexibler und kostengünstiger. Ein VPS kann man quasi genauso frei benutzen wie seinen Rechner zu Hause. D.h. man kann auf dem Rechner sehr viel frei einstellen.

Der Vorteil gegenüber einem reinen Bloghosting ist, dass man damit sehr viel mehr machen kann. Man kann beliebige Inhalte installieren, von Webmailern, Mailservern, Cloud Speichern, Backuplösungen, Teamspeak Servern usw. ist so ziemlich alles möglich.

Der Nachteil ist, dass man das auch immer einrichten muss. Obwohl ich Informatiker bin (beruflich beschäftige ich mich aber nicht mit Webhosting, PHP, HTML, Linux und co), ist es immer eine Abwägungssache wie viel Flexibilität man möchte und welche Zeit bzw. welchen Aufwand man dafür investieren will. Ist einem der zusätzliche Arbeitsaufwand den zusätzlichen Nutzen wert. Bisher habe ich immer einen Windows Server mit Plesk als Basis genutzt. Das ist relativ intuitiv und die meisten arbeiten mit Windows ja auch zu Hause, insofern geht damit auch auf einem Server die Arbeit recht gut von der Hand. Der Nachteil sowohl von Plesk als auch von  Windows ist, dass beide Herstellerunternehmen Lizenzgebühren kassieren. Das treibt die Kosten eines VPS mit guter Leistung sehr schnell in die Höhe. Speziell bei besserer Hardware werden die Lizenzkosten für die Software sehr hoch.

Da mein Server, obwohl er eigentlich ansonsten noch recht schnell war, besonders in Bezug auf den Blog doch recht arg gelahmt hat, habe ich mir angeschaut welche Alternativen ich habe.

Neues zu Hause auf Windows Basis

Der alte Server (Hosteurope) hatte 2 Kerne, 4GB RAM, Windows Server 2008 + Plesk als Ausgangsbasis.

Zwecks Vergleiches habe ich zwei neue Varianten getestet:

  • Windows Server 2016 (Strato) – 4 Kerne, 4GB RAM – mit 500GB SSD/HDD Kombination und Plesk 20€ pro Monat (fehlende Komfortfunktionen, da bessere Hardware und somit aus Kostengründen schlechtere Plesk Lizenz)
  • Windows Server 2012 (Hosteurope) – 2 Kerne, 4GB RAM – mit 150GB SSD und Plesk für 15€ pro Monat (maximale Komfortfunktionen)

Testen heißt in dem Fall, dass man alle Inhalte vom alten Server auf den neuen verschieben muss. Das ist also nicht mal so eben gemacht, mit Plesk geht das aber recht einfach, weil es dafür Assistenten anbietet. Grob kann man sagen, dass man pro Server einen Tag dafür braucht je nachdem was man noch zusätzlich einstellen muss (einiges muss nach dem Umzug manuell nachgearbeitet werden, weil Plesk es entweder nicht oder mit falschen Einstellungen umzieht).

Im Ergebnis waren beide Server etwas schneller als der alte aber wirklich viel auch nicht. Je nach Tagesform mal mehr mal weniger. Die Geschwindigkeit hängt durch die diversen Addons bei Plesk eben nicht nur von dem eigenen Server ab, sondern auch von den diversen anderen auf die man mit den Addons Daten abholt (z.B. Lovelybooks, WordPress.com usw).

Da ich von dem Ergebnis nicht so richtig begeistert war habe ich mir gedacht, wenn du eh mal dabei bist, kannst du auch mal ins kalte Wasser springen. Die Idee: Versuch doch einfach mal ein VPS mit einem Linux Betriebssystem und ohne Plesk aufzusetzen. Das ist quasi der Sprung von maximalem Komfort beim Hosting zu 0,0 Komfort und dafür aber auch 0,0 Lizenzgebühren. Aus genau dem Grund bin ich bisher auch immer vor einem Linux Server zurückgeschreckt und wie sich gezeigt hat, nicht ohne Grund, doch dazu weiter unten mehr. 😉

Erste Gehversuche mit Linux

Zum Vergleich die Daten des Linux Servers:

  • 4 Kerne mit Linux (Contabo), 13GB RAM, 1TB SSD/HDD Kombination für 12€ pro Monat  (Webmin und Lamp)

Man sieht recht deutlich – es liegen Welten zwischen der Preisleistung.

Mein erster Ansatz war nur den Server für Backups zu benutzen. Man denkt als Privatmensch nicht so darüber nach aber man hat heute recht viele Daten Urlaubsbilder, Videos, Kennwörter was auch immer, für die man maximal (wenn überhaupt) ein lokales Backup hat. Bei einem Brand oder Diebstahl ist man seine Daten im Zweifelsfall los und sie sind teilweise für immer verloren. Daher habe ich schon eine weile HiDrive von Strato im Einsatz um meine Daten dort abzulegen. Leider ist die Lösung aber nicht besonders schnell und flexibel was die Backupoptionen angeht (ohne Zusatzprotokollpaket geht es nur mit der HiDrive Software) oder ansonsten wieder teuer (mit Zusatzpaket).

Bedenken sollte man in dem Kontext auch wo man seine Daten ablegt. Für mich kommt es nicht in Frage meine Daten im Ausland zu parken. Dafür hat man über Edward Snowden einfach zu viel über die Machenschaften von NSA und amerikanischen Unternehmen bzw. deren Freunden (wie auch z.B. Großbritannien) erfahren. Wer garantiert mir denn, dass die Regierungen in den Ländern nicht mal wechseln und die Daten plötzlich zur Waffe werden?

Aller Anfang ist schwer, besonders mit Linux

Zuerst steht man dann auch als Informatiker ein weniger wie der “Ochs vorm Berg”. Das fängt schon damit an, dass man bestimmte Sachen lieber lassen sollte. Beispielsweise das PW von dem Root Nutzer ändern (vergleichbar mit dem Administrator Account bei Windows. Zwei Neuinstallationen später und einen Tag ärmer waren also schon mal die grundsätzlichen don’ts angekommen.

Danach habe ich dann schmerzlich gelernt, dass scheinbar simple Anforderungen (Remote Desktop Zugriff) bei Linux je nah Variante diverse Zusatztools benötigen, die aber teilweise nicht mit jeder Linux Version funktionieren. Auch das hat gut einen Tag gekostet – bei Windows wäre dafür überhaupt nichts erforderlich gewesen.

Natürlich habe ich schon mit Linux gearbeitet (hauptsächlich im Studium) aber einen Server aufsetzen, der zig verschiedene Bestandteile hat (Mailserver, WebDAV, Samba, RSYNC Backup Client, Teamspeak, FTP, SFTP, SSH Server, Remote Desktopzugriff, Wine, …) ist halt keine Sache die man so mal eben macht. Speziell dann nicht, wenn man weder flüssig “Linux spricht”, noch Webmin kennt und Apache bisher primär nur über Plesk bedient hat.

Dazu kommt, dass ich zu Linux immer schon eine Hassliebe gepflegt habe. Ich bin immer wieder erstaunt wie einfach manche Sachen mit ein paar Befehlen auf der Kommandozeile gehen. Als Windows Benutzer klappt einem da manchmal vor blankem Neid die Kinnlade runter. Andersrum sind aber oft simple Sachen auch dermaßen kompliziert gelöst, dass man Stunden benötigt um rauszubekommen wo es mal wieder klemmt.

Sie ist es mir in der letzten Woche gegangen. Erste Erfolge hatte ich relativ schnell aber im Detail hatte ich so viele Probleme, die immer Stunden gedauert haben, bis ich sie im Griff hatte. Das liegt natürlich an mangelnder Erfahrung mit der Umgebung aber oft sind die Fehlermeldungen, die man geliefert bekommt auch absolut nichtssagend oder es fehlen Einstellungen, die eigentlich schon im Auslieferungszustand gesetzt sein könnten (oft hat man das Gefühl, dass die Entwickler einen Einfach ärgern wollen).

“Wenn du mein Werkzeug benutzen willst, dann lies gefälligst ALLE Guides. Sonst könnte ja jeder kommen! Und die Konfiguration habe ich im Standard so verdreht eingestellt, dass überhaupt nichts funktioniert! So, und nun viel Spaß damit”

Dazu kommt dann halt, dass man genaue Beschreibungen zu irgendwelchen Fehlern erst nach der Suche in irgendwelchen Logs findet, sie aber nicht einheitlich zentral abgelegt sind, sondern mal hier mal da. Teilweise benötigt man auch Befehle auf Kommandozeile um das Problem zu analysieren. I.d.R. sind die automatisch sichtbaren Fehlermeldungen vollkommen unbrauchbar. Der vorteil ist aber das man sehr viele Informationen im Netz findet aber leider auch viele falsche.

Erste Fortschritte

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen nur ein paar Beispiele für die diversen Probleme: Der Mailserver besteht bei Linux (zumindest in diesem Beispiel) nicht auf einer Komponente, sondern aus zwei. Allein das muss man erst mal verinnerlichen. Einem Auslieferungsteil (POP3 / IMAP Mailserver – in diesem Fall Dovecot) und einem Zustellteil, der die Mails verschickt (in diesem Fall Postfix).  Letzteren benötigt man in WordPress, um Mails verschicken zu können.

Jetzt könnte man mal als erste Fragen wieso die Komponenten nicht beide vorinstalliert sind bei einem VPS-Server. Dem ist nicht so. Wenn man sie dann installiert hat, dann drängen sich nach diversen Tests und Recherche im Internet einige Erkenntnisse auf. In der Grundeinstellung funktioniert so ziemlich nichts (kein SSL – klar das kann nicht voreingestellt sein, keine Benutzeranmeldung über SMTP, die beiden kommunizieren nicht miteinander usw.)

Allein das Thema der Einstellungen der beiden Mailserver hat mich locker einen Tag gekostet, eher mehr bis es komplett so lief wie ich mir das vorgestellt habe. Es gibt halt für jedes Tools zig Einstellmöglichkeiten und man muss auch erst mal drauf kommen, dass ein SMTP Server im Standard keine Benutzeranmeldung unterstützt.

So ging es dann quasi bei jeder Komponente auf dem Server. Das einzige was auf Anhieb lief war SSH und SFTP (da war ich schon erschrocken und dachte “Das kann doch überhaupt nicht sein, du hast doch noch nichts eingestellt und das geht einfach so?!”). Ein paar Beispiele die mich auch längere Zeit gekostet haben (der FTP Server im Standard so konfiguriert, dass er überhaupt nicht gestartet ist – falsche Konfiguration, der Apache war so falsch einstellt, dass er überhaupt keine Indexdatei also index.php und index.html geöffnet hat). Auch das falsche SSL Zertifikat hat er zuerst ausgeliefert (ich habe aktuell zwei Homepages auf dem Linux Server).

Neues (vorübergehendes oder dauerhaftes?) zu Hause für den Buchblog

Mit dem Apachen stand ich also längere Zeit auf Kriegsfuß und so richtig gute Freunde sind wir nach wie vor nicht. Moment? Zwei Homepages? Das war doch überhaupt nicht geplant?! Richtig aber nachdem ich das ganze Backupthema soweit am Laufen hatte dachte ich mir probier doch einfach mal aus wie sich der Buchblog auf dem Linux Server so macht.

Gestern Abend habe ich dann den ersten Versuch der Umstellung gewagt und bin an zwei Themen gescheitert (falsche Permalinks von WordPress und falsches SSL Zertifikat. Da lief die Seite also 2 Stunden nicht rund und irgendwann kurz nach 2 nachts habe ich dann zwar ein Problem gelöst aber das zweite nicht. Da habe ich dann erst mal aufgegeben und heute Morgen weiter gemacht.

Auch der Umzug des Blogs war im Detail also schwieriger als gedacht aber einige Tage später läuft nun scheinbar alles. Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich mit dem Server nun zufrieden. Aber auf einem Linux Server hat man aufgrund der Unmenge an Möglichkeiten immer was zu tun.

Vorerst werde ich den Windows Server noch als Backup bzw. Ersatzlösung behalten. Das neue zu Hause befindet sich also quasi im Betastadium. 🙂

Ich weiß auch nicht so genau wie sich die Performanz des Blogs verhält, wenn ich größere Backups auf der Linux Maschiene mache aber eigentlich sollten genügend Reserven vorhanden sein.

Und was bringt’s so?

Der Blog ist nun deutlich schneller. als vorher. Das ist sowohl beim Seitenaufbau als auch bei der Bedienung von WordPress beim schreiben von Blogs oder beim Konfigurieren und Installieren von Plugins spürbar. Weiterhin ist der Server auch noch günstiger als die vorherige Variante.

Die Bedienung ist aber viel komplexer als vorher. Manche Sachen, die vorher ein Klick waren sind jetzt mit stundenlangem Suchen und Probieren verbunden. Das Optimum stellt also wohl ein Linux Server mit Plesk dar. Beim nächsten Mal dann. 😉

Fazit:

Ist bin jetzt einige gefühlte graue Haare reicher, total übernächtigt und habe eine Woche Lebenszeit verbrannt. Dafür habe ich jetzt aber einen Backupserver mit diversen Funktionen, der sich mit viel teureren Alternativen messen kann + ein neues ziemlich performantes zu Hause für den Blog und ich habe eine Menge gelernt. Bei Linux ist es oft die eine Zeile, der eine Befehl die den Unterschied ausmachen. Dummerweise weiß man das immer erst, nachdem man x Stunden auf die Suche danach verschwendet hat. Wobei das im Leben natürlich oft so ist, nachher ist man immer schlauer. 😉

Morgen hoffe ich dann mal wieder zum Lesen zu kommen, wenn sich nicht wieder neue Themen abzeichnen. Wie war das so schon? Mal eben einen Server aufsetzen. Mal eben ist eben nie mal eben.

 

 

Buchblog aber wie? Welcher Aufwand steckt eigentlich dahinter?

Motivation

Nachdem ich die Lux Serie gelesen hatte – die Hauptakteurin ist begeisterte Buchbloggerin – habe ich mich ein wenig im Netz umgeschaut was andere über die Buchserie denken und bin bei ein paar interessanten Buchblogs gelandet. Da habe ich mir gedacht, dass ich das auch mal versuchen könnte. Bei einer Rezension auf einem klassischen Bewertungsportal geht man je eh immer in der Masse unter und ist in der Regel auch sehr eingeschränkt bzgl. der Möglichkeiten der Darstellung und Form.

Ich bin noch ein sehr junger Buchblogger (zumindest was das alter des Blogs angeht – allerdings hatte ich schon einen anderen Blog in sofern wusste ich in etwa was auf mich zukommt) aber trotzdem merkt man recht schnell welcher Arbeitsaufwand dahinter steht.

Nicht das es hier falsch rüber kommt: Ich habe gerade erst mit dem Buchbloggen angefangen und schon beschwere ich mich über den Aufwand?! Nein. Ich habe nur gerade einen sehr coolen Post zu dem Thema gefunden und dachte mir ich beschreibe dazu einfach ein Paar Eindrücke von meiner Seite.

Kosten <> Nutzen

Finanziell macht das natürlich keinen Sinn bei dem Verhältnis investierte Zeit vs. Kosten für ein Buch. Zumal ja eh nur die fleißigen vielgelesenen Blogger überhaupt für die Verlage interessant sind. Allerdings hat es ja auch Vorteil, wenn man sich die Bücher einfach selber kauft. Man ist total frei was man liest und wann man es liest und fühlt sich auch garantiert nicht verpflichtet.

Natürlich kann man theoretisch auch Werbung in den Blog einbinden aber irgendwie weckt das immer auch das Gefühl, dass man nicht unabhängig ist und außerdem lohnt sich das eh erst, wenn man sehr viele Leser hat.

Technik

Im Prinzip fängt es ja noch weiter vorne an als mit der Zeit für die Erstellung eines Blogeintrages. Die Technik eines Buchblogs fällt ja auch nicht vom Himmel. Das fängt ja schon mit der grundsätzlichen Frage an wo man die Seite betreibt (Eigener Server, Google, eigener Webspace). Wie will man die Seite betreiben (Manuell, Content Mangagement System, Datenbank und automatisch generierte Seite – das muss man i.d.R. selber programmieren).

Da ich einfach neugierig auf einen Buchblog war, habe ich mir überlegt welche Variante für mich in Frage kommt. Die manuelle Variante ist zwar maximal flexibel ist aber eben auch maximaler Aufwand, somit war mir direkt klar, dass diese Variante ausscheidet.

Die Variante mit der automatischen Generierung mit Datenbank ist die Lösung, die später am wenigsten Arbeit macht aber man steckt erst mal x Wochen rein bis man die technische Basis hat (und mal eben ein Addin erweitern wie bei einem CMS kann man auch vergessen). Mir ist zwar klar, dass ich das als Informatiker eigentlich genau so machen sollte aber bei der Variante hatte ich Angst, dass ich die Lust verliere, bevor ich überhaupt Inhalte veröffentlichen kann.

Somit habe ich mich dann für die CMS Variante entschieden. Tja, und dann muss man sich auch überlegen welches. Da ich schon mit WordPress gearbeitet habe (ok, ist vom Ursprung eigentlich kein CMS sondern ein Blog), bin ich dann dort gelandet.

Nach dem ganzen Technikkram hat man zwar die Basis aber auch nur ein leeres Gerüst. Ehrlich gesagt war ich recht erstaunt wie schnell ich die Technik fertig hatte. Da hatte ich mit mehr Aufwand gerechnet. Allerdings habe ich eh einen eigenen Server und mich in der Vergangenheit schon mit ähnlichen Themen beschäftigt.

Dann kommen natürlich Designentscheidungen auf einen zu und wenn man dann mit dem Design zufrieden ist (zumindest vorübergehend, zufrieden ist man ja nie) benötigt man noch diverse Zusatzfunktionen damit der Blog auch nur halbwegs komfortabel für Besucher ist.

Inhalte

Nun fehlt noch immer das wichtigste und das sind die Inhalte. In dem Kontext muss man sich zuerst mit drumherum wir Rechtslage und Impressum beschäftigen, bevor man ein Review schreibt. Ganz nebenbei begibt man sich noch in rechtliche Grauzonen (Cover verwenden benötigt eigentlich die Erlaubnis des Verlages und die Cover von Amazon sind offiziell tabu ohne Verlinkung mit Partnerprogramm, Bilder und Fonts mögen zwar im Web als frei tituliert sein, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie es sind und Zitate müssen auch diversen Anforderungen genügen).

Weiterhin kommt noch der Zeitaufwand auf einen zu, der in diesem Post schon ausführlich beschrieben wurde. Den Zeitaufwand für die Inhalte hatte ich wirklich unterschätzt.

Aber der Riesenvorteil ist ja, dass man das alles freiwillig macht und weil man es möchte. Ich habe mal ein interessantes Beispiel von Katastrophenhelfern gehört. Da ging es darum, auf Basis welcher Motivation jemand in einem anderen Land bei einer Katastrophe hilft. Man hat einerseits Geld dafür geboten (dafür konnte sich kaum einer motivieren) und anderer seits keinerlei Gegenleistung (dafür haben sich dann deutlich mehr Menschen gefunden). Die Freiwilligkeit macht in dem Kontext also offenbar einen wesentlichen Unterschied. Ist ja auch nachvollziehbar. Sobald man eine Gegenleistung bekommt wägt man ab, ob der eigene Einsatz das Wert ist (Verdienstausfall, Risiko für einen selbst, Konsequenzen vs. Nutzen).

Will sagen: Spaß an der Sache kann die einzige Motivation für einen Blog sein. Das es auch Leute gibt, die davon leben können ist wohl die absolute Ausnahme und Bochblogs sind das dann vermutlich eher nicht, 😉