Celesta [Serie]

Celesta Asche und Staub - Diana Dettmann  Celesta Staub und Schatten - Diana Dettmann  Celesta Schatten und Glut - Diana Dettmann  Celesta Glut und Asche - Diana Dettmann

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Diana Dettmann

Teile der Serie:

  • Celesta 1 – Asche und Staub (350 Seiten)
  • Celesta 2 – Staub und Schatten (340 Seiten)
  • Celesta 3 – Schatten und Glut (352 Seiten)
  • Celesta 4 – Glut und Asche (407 Seiten)

Gelesenes Format

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Man sagt, man wisse die Dinge erst zu schätzen, wenn sie fort sind. Ich hätte vor ein paar Monaten nicht gedacht, dass mir mein stinknormales, verkorkstes Leben einmal fehlen würde, aber das tut es.

Das Buch beginn damit, dass die Mutter von Emma verschwunden ist. Direkt danach gibt es einen Zeitsprung von 20 Jahren und Emma ist in Ihrem Leben bisher nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Sie hat ein schlechtes Abschlusszeugnis, arbeitet in einer Kneipe und lebt mit einem Typen in einem heruntergekommenen Haus, den sie nicht mag.
Direkt danach kommt es zu einer ziemlich ungewöhnlichen Begegnung im Park und dem Leser ist sofort bewusst, dass mehr in Emma steckt.

So gewöhnlich der Anfang. Im Folgenden landet Emma an einer Schule und die Schüler dort sind natürlich auch besonders, verhalten sich aber ansonsten wie in jeder anderen Schule. Gruppenbildung, Intrigen, Lügen, Hinterhältigkeiten (das stammt so aus dem Buch). Allerdings sind die meisten Schüler potenziell ziemlich tödlich.

Wildes Verlangen pulsiert durch meinen vom Streit ohnehin hitzigen Körper und ich biege mich ihm förmlich entgegen. Ich schwöre, wenn er das hier benutzt, um mich zu erpressen, erschieße ich ihn tatsächlich.

Zu viel Details will ich nicht verraten, weil das Buch primär davon von den anfangs mysteriösen Charakteren lebt. Die Geschichtsgrundelemente sind alle ziemlich bekannt. Eine tragische Liebesbeziehung von Personen, die sich nicht lieben dürfen (logisch) aber sich unter Gefahr für ihr eigenes Leben nicht daran halten. Eine herrschende Klasse, die andere wie dreck behandelt und jemand der dagegen aufbegehrt. Was einen weiter treibt ist bei der Geschichte eher die Frage welche Ziele von den Charakteren verfolgt werden und wem Emma trauen kann.

Das Buch ist bis auf den Epilog aus Emmas Sicht geschrieben. Im Epilog dient der Wechsel auch ausschließlich dafür, um einen Cliffhanger zu platzieren.

Buch 2:

Die Wahrheit ist aber, dass der richtige Weg nicht immer der einfache Weg …

Emma und Quinn sind so gerade mit dem Leben davon gekommen. Die einzigen zwei Verbündeten, die Emma hatte, sind wahrscheinlich tot und zu allem Überfluss ist sie nun Gefangene in einem anderen Klan. Von dem unterlegenen Klan wird sie nicht besser behandelt, als Quinn von ihrem eigenen.

Bei dieser Rezension komme ich nicht ohne Spoiler aus. D.h. bitte hier abbrechen, wenn man die nicht lesen mag.

Aber alles, was er wollte, warst offensichtlich du. Und auch wenn ich ihn immer noch für einen Arsch halte, kann ich diesen Wunsch nachempfinden. Ich weiß, wie es ist, jemanden zu wollen.«

Die viel beschworene große Liebe, wegen der beide ihr Leben für den anderen Riskieren ebbt in diesem Band sehr schnell ab. Die Darstellung wie es dazu kommt ist aber einfach unglaubwürdig. Ja, man mag bei dieser Art von Büchern die kitschige Darstellung der Liebe nicht mögen aber wenn dann zwischen von jetzt auf gleich zu taktischem Kalkül gewechselt wird, ist es einfach unglaubwürdig. Und als wenn das noch nicht reicht, wird mal ruck zuck mit jemand anderem angebandelt? Das Spiel geht dann immer wieder in Wellen auf und nieder und ist wenig glaubwürdig.

Quinn ist plötzlich die Rolle als Anführer wichtiger als alles andere und warum das so ist weiß er wohl nur selbst. Lustig ist, dass er vorher einem eigenen Klan Moralverfall vorwirft.

Die Geschichte wird in der folge immer abstruser.

Buch 3:

It takes courage to grow up and become who you really are.

Auch in diesem Buch sind die Handlungen der Charaktere für mich oft nicht nachvollziehbar. Emmas Mutter hat Emma im Stich gelassen und Emma ist nicht sauer auf sie, nein sie ist Sauer auf sich selbst. Ach ja, falls jemand noch in Erinnerung hat, dass Emmas Mutter tot ist – ist sie nicht. Sie ist nach über 20 Jahren plötzlich wieder da. Emma ist dauernd auf irgendwen sauer aber in den meisten Fällen auf die falschen Leute, stattdessen spielt sie heile Welt, wo keine ist.

In diesem Buch geht die Handlung absolut abstrus weiter. Die Ereignisse wirken leider völlig konstruiert auf mich. Statt die Haupthandlung weiter zu treiben, kommt es immer zu abstrusen Nebenhandlungen.

Und Emma …« Liam schaut mir tief in die Augen. »Ich schwöre dir, ich spül deine Asche höchstpersönlich im Klo runter, wenn du nicht auf dich aufpasst.« »Dürfte auch im Meer landen, oder?«, antworte ich leise und sehe Mordlust in seinen Augen aufflackern.

Dabei bringen sich – ich weiß nicht wirklich wie ich die Akteure nennen soll – Vertraute, Freunde oder Leidensgenossen gegenseitig um und zerfleischen sich. Der aufkommende Krieg wird zur unwichtigen Nebenhandlung und verliert sich im klein klein. Ich könnte jetzt im Detail aufzählen was mir alles nicht gefällt aber dann muss ich die komplette Geschichte darlegen und es sprengt den Rahmen. Es ist einfach unglaublich, wie die Charaktere zwischen halbwegs intelligentem Handeln und kompletter Dummheit wechseln.

Die zweite Hälfte des dritten Bandes wird dann etwas besser, weil es zumindest in der Haupthandlung weitergeht. In der Ist die Motivation des Bösewichtes aber leider auch nicht nachvollziehbar.

Buch 4:

Der Mann lacht und schaut zu Liam. »Eine nette Schwester hast du da. Ich bin mir sicher, schon bald ähnelt deine Haarfarbe der meinen.« »Ich befürchte auch«, erwidert er rau und ein Prickeln erfasst meinen Rücken.

Der vierte Teil beginnt mit der großen Schlacht, auf die in den vorherigen Bänden hingearbeitet wird. Anschließend versucht die Autorin Ezras Motivationen zu erklären, womit sie zumindest bei mir scheitert.

Den Rest des Buches geht es mehr primär darum die Folgen der Handlungen aus den ersten Büchern zu verdauen. Emma versucht sich klar darüber zu werden wen sie wirklich liebt.

Den Ansatz den finalen Kampf (es gibt am Ende noch mal einen, der aber etwas kleiner angelegt ist) auf den Anfang zu verlegen, fand ich ganz interessant. Somit bleibt etwas mehr Raum die Effekte aus den vorherigen Bänden zu verdauen.

Wie auch in den Vorgängerbänden ist der Großteil der Geschichte aus Emmas Sicht beschrieben. Selten erlebt man die Handlung auch aus der Sicht von anderen Charakteren.

Fazit:

Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war, dass man nicht alles Schlechte fernhalten kann, egal wie viel Mühe man sich gibt. Denn das ist nun mal das Leben und schlimme Dinge gehören dazu. Wenn man versucht, alles fernzuhalten, bleibt auch kein Raum mehr für all die guten und schönen Dinge.

Zuerst das Positive: Die Geschichte ist des öfteren ein absoluter Pageturner. Jetzt kommt aber schon die deutliche Kritik: Das erreicht die Serie nur zu einem sehr hohen Preis von absolut unglaubwürdigen Charakteren, nicht nachvollziehbaren Plänen und einer vollkommen abstrusen Handlung. Für mich ist die Serie in großen Teilen ein abschreckendes Beispiel, wie man zwar die Spannung hoch hält, aber das mit einer dermaßen konstruierten Handlung bewirkt, dass man sich ständig fragt, ob es noch schlimmer werden kann.

Bei dieser Serie habe ich während der ersten Hälfte von Band drei fast abgebrochen – danach wird es zum Glück wieder etwas besser. Für mich war die Geschichte aber an vielen Stellen zu abstrus.

»Könnten Sie uns vielleicht einen Moment allein lassen? Ich pass auch gut auf sie auf.« Michèle kommt mir zuvor und stellt das Ganze auch noch weitaus cleverer an als ich. Sie fährt die charmante Schiene, ich die aggressiv-wahnsinnige.

Ein kleiner Vergleich zum Abschluss: Bei Amazon läuft die Serie unter “Fantasy Liebesgeschichte”. Das ist ungefähr so, als wenn man ein Buch Reiseliteratur nennt, in der zwischendurch über lange Zeiten keiner Reisen mag. Manchmal ist es schon ziemlich zum Haare raufen.

Bewertung:

3 out of 5 stars 3/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Als wenn Fox sich so einfach hinters Licht führen lassen würde! In so einem kleinen Dorf wäre es unmöglich von den diversen Trainigseinheiten nichts mitzubekommen
  • Liam hätte Emma Clay niemals in Ihrem Zustand gezeigt, ohne es ihr vorher zu sagen, dass er ein Gefangener ist. Es besteht auch keine Notwendigkeit dafür abseits dafür, es wäre viel sinnvoller gewesen ihr nur zu sagen, dass er ein Gefangener ist. Das ist ein schönes Beispiel für eine der Szenen, die maximal konstruiert wirken, weil es aus Autorensicht spektakulärer ist.
  • Es ist offensichtlich, dass Emmas Mutter selber Will abgestochen hat (nach einer Weil eist es recht eindeutig wie die Autorin tickt). Emma kommt die Idee trotz des vorherigen Gespräches nicht sofort. Weiterhin hat sie ihre Mutter von anfang an nicht hinreichend hinterfragt, obwohl sie das sonst bei jedem macht. Selbst als Will ihr sagt, dass es nicht Quinn war und nachdem sie vorher die Intrigen ihrer Mutter belauscht hat, zweifelt sie noch?! Wer denkt sich sowas aus? Lustig ist dann auch noch, dass sie Quinn ständig mangelndes Vertrauen vorwirft, selber aber keins hat, obwohl sie das Gegenteil behauptet.
  • Nachdem Emmas Mutter so intrigiert hat, dass Will Quinn dazu gebracht hat ihn zu schlagen und ihre Mutter anschließend Will abgestochen hat und auch noch Quinn töten will, ist lt. Emmas bestechender Analyse wer Schuld? Quinn natürlich. Spätestens jetzt ist auch dem Leser bewusst, dass Emma nicht zurechnungsfähig ist.
  • Liam ist eigentlich Schuld daran, dass Emma ihre Mutter erschießen muss um Quinn zu schützen und danach ist Emma die Böse, weil sie mal kurz durchdreht. Ernsthaft?
  • Wer schon die Elementar Serie gelesen hat, kann sich diese Geschichte sparen. Die grundsätzliche “Liebesgeschichte” ist die gleiche. Die große Liebe wird heraufbeschworen, dann entzweien sich die beiden trotzdem und zack schon ist die nächste große Liebe da und die alte nichts mehr Wert.
  • Es wird lange nicht erklärt warum Will vor Ort war und Emma gefunden hat. Sie stellt das nie in Frage, obwohl sie sonst ziemlich schlau ist. Am Ende wird es dann recht plump aufgeklärt und sie ist total überrascht, obwohl sie sonst vieles hinterfragt und ihr Details auffallen
  • Ezra hat Emma über 75 Tage foltern lassen oder hat zumindest billigend in Kauf genommen, das ihr das angetan wurde und sie ist um sein wohlergehen besorgt
  • Ezras Ziele und Motivation ist bis zum Ende nicht klar. Er will Hass durch Krieg ausmerzen? Von wem? Von beiden Seiten und dann die Dämonentochter bis in alle Ewigkeit als Pfand behalten? Wann hat Krieg jemals dazu geführt, dass es weniger Hass gibt?

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Throne of Glass Celaenas Geschichte [Buch]

Throne of Glass Celaenas Geschichte - Sarah J. Maas

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sarah J. Maas

Teile der Serie:

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Kein Name, kein Datum. Während sie auf das Papier starrte, konnte sie sich beinahe das wilde Grinsen der jungen Frau und ihren herausfordernden Blick vorstellen. Das hier war nichts anderes als eine Aufforderung – ein Tritt in den Hintern.

In dem Buch werden mehrere Kurzgeschichten von Celaenas Heldentaten erzählt, die in der Hauptserie nur kurz erwähnt werden und auf deren Ruf Celaenas Ruf fußt.

Dabei wird recht schnell klar, dass Celaenas Ruf besser ist, als ihre Fähigkeiten als Assassine. Oft hat sie ziemlich viel Glück.

Es werden alle Geschichten erzählt, die in der Hauptserie erwähnt werden. Die Geschichten sind im einzelnen: Die Sklavenbefreiung bei Rolfe, die Begegnung mit Yrene, die stummen Assassinen mit Ansel und dem Händler für Spinnenseide der seine Jugend verkauft hat, der Verrat und die Auslieferung an den König.

»Mein Vater«, sprach Ansel weiter, »ist der Lord von Briarcliff. Er hat mich zur Ausbildung hergeschickt, damit ich mich ›nützlich machen kann‹. Aber ich glaube, das lerne ich nicht einmal in fünfhundert Jahren.«

Es ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig diese Geschichte nach der Hauptserie zu lesen, da Celaena sich in der Hauptserie von der frechen Jugendlichen zur Königin weiterentwickelt und am Ende ganz anders agiert als sie das hier zu Beginn tut.

Die Celaena in diesem Band ist ziemlich hochnäsig und arrogant, hat aber das Herz schon am rechten Fleck, sofern man das von einer Assassine behaupten kann.

Fazit:

Für jeden, der die Hauptserie gelesenen hat, können die Geschichten eine Bereicherung sein. Aus meiner Sicht sind die Geschichten aber nur bedingt spannend, weil man immer schon vorher weiß wie sie ausgehen.

Insofern ist der Band eine Ergänzung der Hauptserie aber man muss ihn nicht unbedingt gelesen haben.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Celaena schlägt Rolfe nieder und rennt die ganze Zeit Richtung Turm, der ist aber trotzdem vor ihr da?!
  • Farran geht davon aus, dass Celaena Jayne tötet und ihn nicht. Der Plan ist mehr als schlecht. Das es wirklich so kommt ist reines Glück.

[collapse]

 

USA Tour & Pacific Crest Trail ein Fazit

Mein PCT Hike ist nicht so erwartet wie verlaufen aber in Summe bin ich zufrieden. Mir war von Anfang an klar das ich den Hike wegen der Landschaft mache. Was mir am Anfang nicht klar war ist, dass das zu wenig Motivation für mich ist, um den ganzen PCT zu Hiken. 

 

Einige meinen, dass dieser Aspekt des PCT (die Strecke durchhalten) mentale Stärke erfordert. Ich finde es einfach stupide, wenn man z.B. einen Tag im Nebel oder entlang am Los Angeles Aquädukt läuft. 

Was man in den vielen Blogs nicht so eindeutig liest ist, dass der PCT zwar tolle Fotomotive und atemberaubende Landschaft bietet aber eben auch viel vom Gleichen. Nach drei Wochen Wüste hatte ich in der Wüste alles gesehen. Die drei Wochen danach hätte ich persönlich nicht gebraucht. So ist es öfter. Man sieht sich nach einer Weile satt an der Landschaft. Umso mehr kann ich verstehen, warum Weltreisende oder Leute, die sich längere Auszeiten nehmen zwischendurch Urlaub vom Reisen brauchen (das hört sich bizarr an, macht aber durchaus Sinn).

Aber das ist evtl. anders, wenn man mehr auf das Ziel PCT komplett  gewandert hinarbeitet. Ob man das nun als mentale Stärke bezeichnen will, sei dahingestellt.

Weiterhin gibt es auch oft Landschaften, die von Waldbränden zerstört wurden. Da kommt man sich dann recht schnell vor wie Frodo bei der Durchquerung von Moria.

 

Die Sierras sind einfach unglaublich schön aber eben auch unglaublich anstrengend. Da ich aus Vernunftgründen Ende Mai wegen der immensen Schneemengen (nicht nur deshalb, meine Mutter hatte auch einen Krankenhausaufenthalt, ich eine Megablase unter dem linken Fuß und rund 8kg Gewichtsverlust) nicht in die Region aufgebrochen bin, war das Thema Thru Hike bereits abgehakt. Wenn ich noch mal vor der Wahl stünde, würde ich vermutlich von Anfang an nur Sektionen hiken und Teile überspringen.

 

Gut gefallen hat mir Washington, dass ich aber leider nur sehr wenig erkundet habe. Da man das aber in ca. 4 Wochen durchwandert wäre das auch eine Option für einen zukünftigen Urlaub.

Den angeblich leichtesten Teil des PCT (Oregon) und dort ganz besonders die Crater Lake Region habe ich leider überhaupt nicht gesehen. 

 

Die beiden letztgenannten Regionen sind auch die, die am schlechtesten zugänglich sind. Der Crater Lake ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur zu bestimmten Zeiten erreichbar. Selbst das ist sehr schwierig, weil man dann per Zug fahren und anschließend mit zwei Privatbussen fahren muss (letztere limitiert und nur per Telefon buchbar). In Washington sieht es noch schlimmer aus.

 

In beiden Regionen ist die Dichte der Versorgungsstellen gering und somit muss man viel Essen mitnehmen und da sind wir auch an dem Punkt, der mir auf dem PCT am meisten Probleme gemacht hat. Das Essen. Wenn es alle 2-3 Tage einen guten Versorgungspunkt gegeben hätte, dann wäre mir der Hike viel leichter gefallen.

 

Weiterhin hatte ich mehrfach Magenprobleme wegen dem zu kleinen Rucksack. Da die Höhe des Rucksacks an der Untergrenze war (lt. Hersteller hätte da viel mehr Reserve sein sollen bzw. der Rucksack passt angeblich zu meiner Körpergröße), musste ich den Beckengurt enger machen, was dann zu besagten Problemen geführt hat. Wenn die Magensäure zu hoch ist, ist einem öfter mal übel und dann kann man nicht Essen. Bei dem Kalorienoutput auf dem PCT ist das vernichtend.

 

Da der Hersteller ZPacks maximal kundenunfreundlich agiert, habe ich auch keine andere Größe bekommen, als ich erst mal unterwegs war.

Das Naturerlebnis ist auf dem PCT ist einzigartig. Ich habe viele Tiere gesehen und mich auf dem PCT immer sicher gefühlt (lediglich wegen Schwarzbären hatte ich in wenigen Nächten bedenken).

 

Ich habe heftige Regenschauer, Hagelstürme und traumhaft ruhige und auch stürmische Nächte erlebt. 

 

Als Tipp würde ich jedem angehenden Thru-Hiker mitgeben: Geht die ersten Tage langsam an, wenn ihr den Hike macht. Das liest man immer wieder und ich habe es – wie viele – ignoriert. Klar frustet es, wenn man nach drei Tagen schon Pause macht aber es ist viel Sinnvoller, wenn ihr nach drei Tagen einen oder zwei Tage Pause macht, als später zwei Wochen. Man kann nicht alles weghiken oder aussitzen, auch wenn man sich dann besonders hart vorkommt. 😉

Es reicht nicht vorher jeden Tag 20km zu trainieren, wenn ihr dann nachher 40km pro Tag lauft. Gerade am Anfang kann jeder Kilometer mehr im Bereich über 30km den Unterschied zwischen überanstrengten Muskeln / Sehnen machen. Das liegt oft auch an den Flussbettartigen Wegeverhältnissen.

 

Fängt mit 15 Meilen an und arbeitet euch dann jeden Tag etwas weiter hoch. Wenn Verletzungen / Blessuren auftauchen, reagiert früh. 

 

Die meisten Sachen lassen sichtlicher ignorieren und werden schlimmer. Dann benötigt man ggf. lange Pausen und die Zeit hat man nicht.

Ein weiterer Tipp: Nur weil jemand in seinem Hikejahr mit Mikrospikes und ohne Eisaxt ausgekommen ist, bedeutet das für den eigenen Hike überhaupt nichts. Viele Hiker neigen zu Pauschalaussagen. Wenn ich den Hinweisen in den Blogs gefolgt wäre, dann hätte ich ohne Regenjacke, -hose in der Wüste im Hagelsturm ggf. in einer lebensbedrohenden Situation gesteckt. Ich würde auch nie wieder ohne richtige Handschuhe hiken. Das Gewicht und der Preis sind verschmerzbar.

 

Ein Dank an die Helfer. Ich habe nicht oft Hilfe in Anspruch genommen aber oft sind es Kleinigkeiten die einem als Hiker den Tag versüßen. Ein kaltes Getränk an einem heißen Tag an einer Stelle wo es zwar Wege für Jeeps oder sogar Straßen gibt aber sonst nichts kann Gold wert sein genauso wie ein Ride in einer Region ohne Handyempfang bzw. ohne Taxi, Lyft, Uber.

 

Gefühlt nimmt diese Hilfe ab, wenn ich mir Blogs und Berichte aus früheren Jahren ansehe aber vieles davon wäre auch in der Form nicht nötig. Beispielsweise sind die Übernachtungsmöglichkeiten mit Essen oft nicht erforderlich, sondern nur günstiger. Anders sieht es schon mit einigen Wassercaches aus, die können einem auch mal den Hals retten.

 

Ich kann euch nur ermutigen: Wenn ihr den Hike machen wollt, dann macht es. Ob es wirklich etwas für euch ist, findet ihr eh erst raus, wenn ihr ein paar Wochen unterwegs seid. Der PCT lässt sich nicht simulieren. Macht aus eurem Hike das Beste und ein Plan B bei Verletzungen / Problemen / Motivationslöchern kann auch nicht schaden. Wobei das sicher auch davon Abhängig ist was ihr für ein Typ seid. Der Plan B kann sehr schnell ziemlich verlockend werden, wenn ihr einen habt. Im besten Fall habt ihr ein halbes Jahr Zeit: Macht was draus, selbst wenn der PCT nicht euer Ding ist.

 

Man sollte seine Ausrüstung vorher ausgiebig getestet haben. Jedes Teil – von der Unterhose (ja, ernsthaft) angefangen bis zur Luftmatratze. Man wird trotzdem noch Fehler machen bzw. Probleme bekommen aber man kann das ja zumindest minimieren. Ich habe am Anfang auch gedacht: Was soll ich denn am T-Shirt oder der Hose testen. Zum Beispiel wie schnell man sich die Hüften offen scheuert mit nur einer oder zwei Schichten zwischen Beckengurt und Haut. Für mich war draus die Erkenntnis, dass jede Schicht gut ist. Bei mir war es dann Unterhose, Hose, T-Shirt, Sweatshirt. Das sind Dinge, die man einfach ausprobieren muss.

Die Versorgung via Amazon klappt am Trail i.d.R. ziemlich gut. Weniger gut sind viele Shops auf die Anforderungen der Hiker eingestellt.

 

Ich bin nun ein PCT Section Hiker, der entlang des Weges öfter mal abgebogen ist. Vielleicht gehe ich in Zukunft wieder auf den PCT, dann aber für ein Teilstück. Ein Thru-Hiker werde ich in diesem Leben wohl nicht werden. Damit kann ich aber gut leben. Ich weiß wie es sich anfühlt, habe auf dem Trail fast alles erlebt, was einem passieren kann.

 

Die USA Tour in Zahlen:
Ca. 20 paar Socken und 4 paar Schuhe auf dem PCT verbraucht
10 Wochen auf dem PCT und 10 abseits des PCT unterwegs

Gesamtkosten ca. 33.700$

Davon 16.035$ in direkter Verbindung zum PCT.

Verteilung:

  • Unterkunft 3.300$ (das geht viel günstiger, wenn man öfter im Zelt bleibt oder sich das Zimmer teilt)
  • Essen 2.150$
  • Ausrüstung 7.615$ (das geht für die Hälfte oder noch weniger, wenn man einige Kompromisse eingeht)
  • Transport 2.175$ (das geht etwas günstiger, wenn man mehr per Anhalter fährt – der Flug ist enthalten)
  • Gesundheit 300$
  • Kommunikation (inReach, Telefon) 395$

Für den PCT hätte man schätzungsweise auch mit 5500$ weniger auskommen können. In Summe kommt man aus meiner Sicht aber locker auf 15-20K $, wenn man den gesamten Trail läuft. Bei mir wäre es definitiv mehr geworden.

Die restlichen 17.665$ abseits des PCT.

Verteilung:

  • Rundreisen (1: Salt Lake City > Vegas,2: New York -> Orlando) – 7.700$
  • Eintrittspreise, Tagesausflüge 3.150$
  • Unterkunft 2.000$
  • Essen 2.230$
  • Transport 2.130$
  • Kommunikation 175$
  • Post 100$

Nach dem Kassensturz war ich erstaunt, dass ich abseits des PCT und auf dem PCT quasi gleich viel ausgegeben habe. Das liegt aber primär daran, dass in den PCT Ausgaben grob 7500$ Ausrüstung enthalten sind. Davon sind gut 1500$ auf dem Weg angefallen. Das sollte man nicht unterschätzen.

Die Zahlen sollten übrigens keinen potenziellen PCT Hiker abschrecken. Einige Hiker kaufen kaum Ausrüstung vor dem Trail (auf dem Weg kauft jeder!) und wenn man sehr häufig im Zelt schläft bzw. alle günstigen Gelegenheiten (Trail Angels, Campingplätze) usw. ausnutzt, lassen sich die Übernachtungskosten deutlich runter drücken. Ich hatte mein Zimmer immer allein, nicht weil ich es so gewollt hätte, sondern es hat sich nie anders ergeben.

Wenn man dann noch den Verdienstausfall rechnet, sind die Kosten schon astronomisch hoch. Trotzdem bereue ich die Zeit nicht, kein bisschen. Ich würde wieder auf die Tour gehen. Ich würde einiges anders machen (und mir hoffentlich einiges an Schmerzen auf dem PCT ersparen und somit vielleicht auch mehr Kilometer machen). Die Grundsätzlich Entscheidung zum Hike würde ich aber auch mit dem Wissen von heute wieder treffen.

Alle Infos zum Hike findet ihr im Bereich Reisen.

3. Lesequartal 2019

Auch etwas verspätet aber hey, weit schneller als das 2. Quartal.

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Dark Elements Glühende Gefühle – Jennifer L. Armentrout

Vierter und meiner Meinung nach bisher bester Teil aus der Dark Elements Reihe. Mit diesem Buch bleibt Armentrout zwar in der Welt, die sie in den ersten drei Büchern eingeführt hat, führt aber neue Charaktere ein. Ich empfehle aber die drei vorherigen Bände vorher zu lesen, weil man in diesem Band “alte” Bekannte trifft und das Lesen gleich mehr Spaß macht.

4.5 out of 5 stars 4,5/5


Red Rising Dark Age – Pierce Brown

Red Rising Dark Age - Pierce Brown

Der zweite Teil der zweiten Trilogie schwächelt etwas. Tote sind wieder da und ich hatte das Gefühl, dass etwas die Ideen ausgehen. Ansonsten gibt es das was die Serie ausmacht. Gewalt, Folter, Ränkespiele und Machtkämpfe.

4 out of 5 stars 4/5


Zwei nach Shanghai – Paul Hoepner, Hansen Hoepner

Zwei nach Shanghai - Paul Hoepner, Hansen Hoepner

Das Buch handelt von den Erlebnissen zweier Brüder, die mit dem Rad von Deutschland nach Shanghai fahren und dabei eine ganze menge Abenteuer erleben.

4 out of 5 stars 4/5


Throne of Glass – Sarah J. Maas

Throne of Glass Die Erwählte - Sarah J. Maas Throne of Glass Kriegerin im Schatten - Sarah J. Maas Throne of Glass Erbin des Feuers - Sarah J. Maas Throne of Glass Königin der Finsternis - Sarah J. Maas Throne of Glass Die Sturmbezwingerin - Sarah J. Maas Throne of Glass Der verwundete Krieger - Sarah J. Maas Throne of Glass Herrscherin über Asche und Zorn - Sarah J. Maas

Serie um eine Assassine, die aus der Hölle gerettet und anschließend in diverse Abenteuer verstrickt wird, die einen ganz wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Fantasywelt haben. Die Serie steigert sich über die Bücher. Teil 5 und 7 sind genial. Die anderen könnten manchmal etwas mehr Schwung vertragen.

4 out of 5 stars 4/5


1001 Dark Knights The King – Jennifer L. Armentrout

1001 Dark Knights The King - Jennifer L. Armentrout

Ich fand den ersten Teil der Serie spannender. In diesem Teil passiert relativ wenig. Das Buch fühlt sich eher wie das Bindeglied zum Finale an. Insofern bin ich gespannt auf den letzten Teil.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


 

2. Lesequartal 2019

Im November das zweite Lesequartal?! Ja, aufgrund meiner USA Tour bin ich etwas spät dran aber besser Spät als nie, oder?

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Izara – Julia Dippel

Izara Das ewige Feuer - Julia Dippel Izara Stille Wasser - Julia Dippel Izara Sturmluft - Julia Dippel

Wow, was für ein Start für eine “neue” Autorin. Die Elemente sind alle bekannt aber die Mischung ist wirklich gut gelungen. Hoffentlich geht es so weiter! Etwas Harry Potter, etwas Matrix und gut verquirlt. Ein Teil fehlt noch, insofern bin ich gespannt und hoffe das Beste.

5 out of 5 stars 5/5


Scythe – Neal Shusterman

Scythe Hüter des Todes - Neal Shusterman Scythe Der Zorn der Gerechten - Neal Shusterman

Serie in der es darum geht der Überbevölkerung mit einer Art Todesboten zu bekämpfen. Diese Boten werden nicht kontrolliert und quasi über dem Rechtssystem. Allerdings sind viele korrupt. Die Idee finde ich gut, die Umsetzung hätte besser sein können.

4 out of 5 stars 4/5


Red Rising – Pierce Brown

Teil 4 – Die Serie erschöpft sich langsam etwas. Es geht um den zweiten Zyklus, der ein gutes Stück nach der Haupthandlung spielt. Die Elemente bleiben die gleichen. Gewalt, Krieg, Verrat und politisches Ränkeschmieden.

4 out of 5 stars 4/5


H.O.M.E. – Eva Siegmund

H.O.M.E. Das Erwachen - Eva Siegmund  H.O.M.E. Die Mission - Eva Siegmund

Abwechslungsreiche Dystopie, bei der man nie so genau weiß was real ist und was nicht.

4 out of 5 stars 4/5


Pro und Contra – Sabine Schulter

Pro und Contra Mein Licht in deiner Dunkelheit - Sabine Schulter

Dystopie um eine Welt in der die Stromerzeugung nur noch durch wenige Menschen erfolgen kann. Sobald die Fähigkeit entdeckt wird, werden sie vom Staat als Sklaven genutzt. Aber zwei Personen wollen ihr Schicksal nicht akzeptieren.

4 out of 5 stars 4/5


Naliri Saga – Kira Gembri & Lena König

Naliri Saga Wie Regen in der Wüste - Kira Gembri & Lena König Naliri Saga Das Leuchten des Meeres - Kira Gembri & Lena König Naliri Saga Wie Blut im Sand - Kira Gembri und Lena König

Serie um die Erlebnisse einer Frau bei einem Wüstenvolk. Mir ist die Serie insgesamt zu gewöhnlich und wenig spannend. Die durchschnittliche Wertung bei Amazon ist aber deutlich höher als meine.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


 

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